Pressemeldungen

09. November 2017 - Sieben Deutschlandstipendien für die Hochschule Stralsund

Im Rahmen des Studium generale und im Anschluss an den Vortrag von Ministerin Stefanie Drese sind am Mittwochabend Deutschlandstipendien an sieben begabte und engagierte Studierende der Hochschule Stralsund vergeben worden. Seit 2010 werden mit diesem Stipendienprogramm leistungsstarke Studierende aller Fächer an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland gefördert. Neben überzeugenden Noten werden bei der Vergabe des Deutschlandstipendiums auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt.

Prof. Dr. Dirk Engel, Prorektor für Studium und Lehre, überreicht die Deutschlandstipendien an Dana Eller (Leisure and Tourism Management), Fiona Froböse (Baltic Management Studies), Carolin Seiferth (Leisure and Tourism Management), Tim Heinemeier (Maschinenbau), Pascal Kardel (Maschinenbau), Max Koopmann (Betriebswirtschaftslehre) und Stefan Mehnert (Motorsport Engineering). Die Studierenden sind von dem Auswahlausschuss der Hochschule aus 78 Bewerbungen ermittelt worden und gehören in ihrer Kohorte zu den Besten.

In seiner Ansprache bedankt sich Prof. Engel für die Bereitschaft der Förderer „einige unserer begabtesten und leistungsfähigsten Studentinnen und Studenten zu fördern. Viele von den Förderern stiften bereits seit Jahren ein oder mehrere Stipendien. Mit AIDA Cruises und WITENO GmbH kommen in diesem Jahr zwei weitere dazu.“ Förderer mit bereits langer Tradition sind die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft, die Sparkasse Vorpommern, der Rotary Club Stralsund – Hansestadt und die Wissenschaftsstiftung M-V gGmbH. Als Vertreter der Förderer richtet Frau Romy Schwittay von AIDA Cruises ein Grußwort an die Studierenden und Gäste. Sie sieht in der Unterstützung junger Talente eine zukunftsweisende Chance für alle Beteiligten. Durch das Engagement der Förderer ist eine frühzeitige Ansprache des qualifizierten Nachwuchses möglich.

Ein Deutschlandstipendium wird jeweils zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen finanziert. Die Studierenden werden für mindestens zwei Semester und bis maximal zum Ende ihrer Regelstudienzeit mit 300 Euro monatlich unterstützt. Diese Unterstützung ist einkommensunabhängig und kann ohne weiteres zusätzlich zu BAföG-Leistungen bezogen werden. Auswahlkriterien für das Stipendium sind hervorragende Studienleistungen, gesellschaftliches und soziales Engagement sowie persönliche und besondere kulturelle Lebensumstände.

08. November 2017 - Neue Erkenntnisse in der Krebsforschung gewonnen

Forscher der Hochschule Stralsund um Prof. Dr. Gero Wedemann konnten zusammen mit Ärzten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nachweisen, dass Chemotherapeutika und Strahlentherapie nicht nur die Größe von Tumoren verändert, sondern auch die Geometrie der Blutgefäße. Diese Änderung wiederum verringert in den meisten Fällen die Rate der Neubildung von Metastasen.

Bei Krebserkrankungen führt in 90 Prozent der Fälle nicht der Primärtumor sondern die Metastasen zum Tod. Wie die Verbreitung von Metastasen genau geschieht und wie sie mit Behandlungen beeinflusst werden kann, ist jedoch zum großen Teil noch unbekannt.

Die gewonnene Erkenntnis führt zu neuen Ansätzen in der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten. Um dies herauszufinden, verknüpften die Forscher Experimente mit Mäusen und Computersimulationen.  

Die Ergebnisse sind am 06.11.2017 im Fachjournal PLOS ONE unter dem Titel „Radiotherapy and chemotherapy change vessel tree geometry and metastatic spread in a small cell lung cancer xenograft mouse tumor model“ erschienen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gero Wedemann
Tel. 03831 457051
gero.wedemann(at)hochschule-stralsund(dot)de

05. Oktober 2017 - Stellungnahme des Senats der Hochschule Stralsund zur Bildung von Zwangsrücklagen für Notfälle

Der Senat der Hochschule Stralsund hat den Wirtschaftsplan zum Doppelhaushalt 2018/19 auf seiner Sitzung am 26.9.2017 zur Kenntnis genommen und stellt diesbezüglich fest:
Durch die Bewirtschaftungsgrundsätze wird den Hochschulen die Bildung von Mindestrücklagen sowie von Pflichtrücklagen für die Beschäftigte außerhalb des Stellenplans auferlegt. Diese erzwungene Bildung von Rücklagen stellt nach Auffassung des Senats insoweit eine substantielle Verletzung der vom Landtag mit der Hochschule für die Jahre 2016 bis 2020 geschlossenen Zielvereinbarung dar, als diese Mittel fortan lediglich nach spezieller Genehmigung durch das Bildungsministerium verwendet werden dürfen. Sie sind damit im Kern der freien Verwendung innerhalb des Hochschulhaushalts entzogen.
Dabei ist besonders zu kritisieren, dass für Beschäftigungspositionen, die außerhalb des Stellenplans geführt werden, eine Pflichtrücklage in Höhe der dynamisierten „Nasensätze“ bei befristeten Beschäftigungspositionen für die Laufzeit nach dem 31.12.2022 sowie bei unbefristeten Beschäftigungspositionen für jeweils fünf Jahre zu dotieren ist. Nach Auffassung des Senats rechtfertigen etwaige Überlegungen, wonach eine solche Rücklagenbildung „zur Sicherheit“ erforderlich sei, deren verpflichtende Bildung nicht, da, wie es die Bewirtschaftungsgrundsätze selbst anordnen, immer dann, wenn eine dauerhafte Finanzierung der Beschäftigungspositionen aus dem laufenden Hochschulhaushalt nicht mehr gewährleistet ist, die betreffenden Beschäftigten unverzüglich auf frei werdende Stellen zu überführen sind. Insofern erscheint eine tatsächliche Inanspruchnahme zumindest dieser Rücklagen durch die Hochschulen einigermaßen unwahrscheinlich.
Nicht minder schwer wiegt die Verpflichtung zur Bildung einer allgemeinen Rücklage in Höhe von 2,5 % bzw. 5 % des Grundzuschusses. Da ca. 80 % der konsumtiven Mittel Personalkosten darstellen und folglich gebunden sind, wird diese Rücklage primär zu Lasten der verfügbaren Sachmittel zu bilden sein. Entsprechend negative Auswirkungen auf die Lehr- und Forschungsbedingungen an der Hochschule Stralsund wären somit unvermeidbar.
All dies führt nach Auffassung des Senats für die Hochschule dazu, dass der Großteil der Rücklage, welche bisher für durch die Hochschule bestimmte Zwecke in Lehre und Forschung gebunden war, nunmehr in einer Art und Weise gebunden werden muss, dass die darin enthaltenen Mittel nicht mehr zur Erfüllung der Kernaufgaben der Hochschule in Lehre und Forschung zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass die Aufstellung des Wirtschaftsplans selbst sowie die sich daraus künftig ergebenden Berichtspflichten in hohem Maße Personal an den Hochschulen binden und damit dem eigentlichen gesellschaftlichen Auftrag der Hochschulen dauerhaft entziehen. Im Ergebnis beurteilt der Senat die hier in Rede stehenden Bewirtschaftungsgrundsätze als unvereinbar mit der systematisch richtigen und dem Gedanken der Hochschulautonomie entsprechenden Idee eines Globalhaushalts. Die Bildung von Zwangsrücklagen, deren Inanspruchnahme zumindest in Teilen als unwahrscheinlich zu beurteilen ist, stellt dabei nicht nur eine formale Verwendungsfestschreibung dieser Mittel dar, sondern bewirkt vielmehr einen dauerhaften Entzug dieser Mittel aus dem zuvor gewährten Landeszuschuss. In all diesen Reglementierungen erkennt der Senat letztlich ein grundsätzliches Misstrauen der Landespolitik gegenüber einer im Rahmen des Globalhaushalts eigentlich autonom zu agieren verpflichteten Haushaltsführung durch die Hochschulen selbst. Das Gegenteil, mithin eine im Kern durch gegenseitiges Vertrauen geprägte Zusammenarbeit zwischen Landespolitik und Hochschulen, wäre demgegenüber wünschenswert.