EUNICoast: Selbstverpflichtung zu gesellschaftlichem Engagement

Die EUNICoast Alliance hat ein gemeinsames Positions- und Verpflichtungspapier veröffentlicht, das Community Engagement - gesellschaftliches Engagement - als zentrale institutionelle Aufgabe ihrer Mitgliedshochschulen definiert.

Die EUNICoast Alliance hat ein gemeinsames Positions- und Verpflichtungspapier veröffentlicht, das Community Engagement - gesellschaftliches Engagement - als zentrale institutionelle Aufgabe ihrer Mitgliedshochschulen definiert. Das von der Community Engagement Commission erarbeitete Dokument beschreibt gemeinsame Leitprinzipien, konkrete Verpflichtungen und politische Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung der Allianz.

Ausgangspunkt ist die besondere Rolle von Hochschulen in Insel-, Hafen- und Küstenregionen. Sie sind an Orten verankert, an denen Land und Meer aufeinandertreffen, wo unterschiedliche Lebensräume, Wirtschaftssysteme und Gemeinschaften aufeinandertreffen. Die Gebiete um sie herum sind mit steigendem Meeresspiegel, schrumpfenden Bevölkerungszahlen und fragilen Wirtschaftssystemen konfrontiert. Doch gerade an diesen Orten lassen sich neue Ansätze für gemeinsame Herausforderungen entwickeln, die von dort aus mit dem Rest Europas geteilt werden können. Die Partneruniversitäten von EUNICoast befinden sich in diesen Gebieten. Diese Lage ist sowohl eine Verantwortung als auch eine Ressource. Community Engagement ist im Hochschulbereich häufig als ergänzende Aufgabe verstanden worden. Ein Artikel auf der Website der Allianz erklärt: 

"Diese Nähe hat sich jedoch nicht immer in einer Partnerschaft niedergeschlagen. Das gesellschaftliche Engagement im Hochschulbereich wurde lange Zeit als Nebensache betrachtet: als öffentliche Veranstaltung, als Berichtspflicht, als etwas, das nach der eigentlichen Arbeit erledigt wird. Die Kluft zwischen dem, was Universitäten von sich behaupten, und dem, was die Gesellschaft erlebt, ist struktureller Natur und in Bewertungssystemen, Förderzyklen und Karriereanreizen verankert, die Forschungsleistungen gegenüber gesellschaftlichem Engagement bevorzugen."

Mit der neuen Selbstverpflichtung der Partneruniversitäten von EUNICoast, zu denen die Hochschule Stralsund zählt, soll gesellschaftliches Engagement zur Kernaufgabe werden, die Forschung, Lehre und Hochschulentwicklung gleichermaßen prägt.

Das Papier stützt sich auf drei Säulen: territoriale Verankerung, Gegenseitigkeit und Transformation. Sechs Leitprinzipien verleihen diesen Säulen institutionelle Gestalt: Gegenseitigkeit zwischen Hochschulen und Gemeinden, Verankerung in der spezifischen Realität jedes Gebiets, epistemischer Pluralismus, Inklusion und Gerechtigkeit bei der Teilhabe, institutionelle Autonomie gepaart mit Rechenschaftspflicht sowie langfristiges Beziehungsengagement anstelle einer auf Kurzzyklen ausgerichteten Projektlogik.

Acht operative Verpflichtungen sollen diese Grundsätze in die Praxis umsetzen. Von jeder Partnerinstitution wird erwartet, dass sie einen institutionellen Plan für das gesellschaftliche Engagement entwickelt, nachhaltige Beziehungen zu lokalen Akteur*innen aufbaut und pflegt, gemeindebasiertes Lernen in die Lehrprogramme integriert, das Personal in partizipativen Ansätzen schult, gemeinsame Plattformen für den kontinuierlichen Dialog mit den Gemeinschaften schafft, die Ergebnisse der Partnerschaften dokumentiert und bewertet, spezielle Ressourcen für Aktivitäten für gesellschaftliches Engagement bereitstellt und zur politischen Interessenvertretung für strukturelle Veränderungen beiträgt, damit das zivilgesellschaftliche Engagement von den Hochschulsystemen anerkannt wird.

Die Erklärung ist für alle Partnerhochschulen verbindlich, von der Ostsee bis zur Karibik. Sie wird derzeit an allen Partnerhochschulen umgesetzt und wird die Arbeit des Bündnisses bis 2027 und darüber hinaus prägen.

EUNICoast, die Europäische Universität der Inseln, Häfen und Küstengebiete, vereint dreizehn Hochschulen, die sich dafür einsetzen, für die Gemeinden in ihrer Umgebung einen echten Nutzen zu erbringen. 

Die vollständige Erklärung finden Sie hier zum Download.