380 Schüler*innen ergründen die HOST

Beim Tag der Technik tauchen hohe Windgeschwindigkeiten (durch Böen und im Labor), Nachrichten von Chuck Norris und Schachfiguren aus Sand auf - und die TeilnehmerInnen tauchten ab in spannende Studienoptionen.

“Was will ich später werden?” - Ganz schwierige Frage, wenn man zwischen 13 und 18 Jahre alt ist. “Was sollte ich auf keinen Fall ausschließen?” - Ganz einfache Antwort: eine Zukunft als Ingenieur, Software-Entwickler oder auch Elektrotechniker. Das müssten 380 Schülerinnen und Schüler von acht Schulen aus ganz MV nun eigentlich fehlerfrei beantworten können. Sie haben am 3. Juli an der Hochschule Stralsund am Tag der Technik teilgenommen. 

“Definitiv sehr spannend” - Das ist Florians (17) Urteil zum Baltic Raing Team. Die Besichtigung der Werkstatt des studentischen Renn-Teams war einer der freien Programmpunkte für die Schüler*innen. Schon angereist in Motorrad-Kluft, gefiel ihm das Programm der rennsportbegeisterten Studierenden an der Hochschule, zu denen auch das MariTeam und das ThaiGer-H2-Racing-Team zählen. Alle drei Teams zeigten, was unter Praxisnähe verstanden werden kann. 

Auch die Professor*innen, Lehrenden allgemeiner, Laboringenieure, Bachelor- und Masterranden der Hochschule Stralsund setzten sich ein, um den Teenagern zu zeigen, wie vielfältig technische Berufsbilder und Studienrichtungen sind. Thomas Panten erklärte die Höchstgeschwindigkeiten im Windkanal, Prof. Dr.-Ing. Steven Dühring ermunterte “sich die Finger schmutzig zu machen” für das Sandgussverfahren, indem exemplarisch Schachfiguren entstanden, und Justin Konratt gab Insights zum “Smartphone hacken”, versetzte Handystandorte per selbst eingerichtetem 2G-Netzwerk nach München und ließ (postum) Sms “von Chuck Norris” auf die Schüler*innen-Handys eingehen. Warum? “Um zu inspirieren” - erklärt Dipl.-Ing. Jörg Gothow. “Ich hoffe, dass ganz ganz viele von Ihnen”, so sagte er schon in seiner Eröffnungsrede an die Schüler*innen zum Tag, “eine Inspiration erhalten, für ein Studium als Ingenieur”. Und das kann sich lohnen zum Beispiel im Bereich Elektrotechnik , wie Prof. Dr. Caroline Bönisch in einer Einstiegsvorlesung dargelegte, es bringt Sicherheit - auch finanziell.

Von 9 bis 13 Uhr konnten die Teilnehmer*innen sich von Impulsvorträgen zu den beiden Technikausrichtungen (Elektrotechnik/Informatik und Maschinenbau) der HOST, Vorträgen zu Zukunftsthemen (wie Künstlicher Intelligenz, regenerativen Energien oder Messtechnik), Workshops zum Mitmachen (wie Drehmaschinen ausprobieren, Aluminium gießen oder Roboter programmieren) und Laboren zum Anfassen mitreißen lassen. 

Das Programm hatte Marian Petsch von der Hochschulkommunikation, zuständig für Schulbesuche, koordiniert. “Wir haben Hype-Themen gewählt, um die Schüler*innen anzuziehen - und hatten Erfolg. Es gibt Themen und auch die Angebote der Racing Teams, die funktionieren einfach für Schülerinnen und Schüler” - erklärte er - und viele weitere, in die der Tag zusätzlich Einblick geben konnte. Das Feedback: Mehrheitlich positiv. Lehrer*innen, die selbst gern nochmal die Fachrichtung ändern würden, Mitarbeitende mit vollen “Kursen” und sogar Schüler*innen (!), die sich bedanken. 

Der Verein Deutscher Ingenieure Mecklenburg-Vorpommern und der Ingenieurrat Mecklenburg-Vorpommern haben den landesweiten Tag der Technik am 3. Juli unter der Schirmherrschaft der Wissenschaftsministerin Bettina Martin zum neunten Mal an den Hochschulen Neubrandenburg, Stralsund, Wismar und der Universität Rostock ausgerichtet. Die Anzahl der Anmeldungen lag rund 34 % höher als im vergangenen Jahr.