




Erfahrungsbericht
Nele Z., Leisure- and Tourismmanagement, 5. & 6. Semester, UPV Gandía (Spanien), Winter- und Sommersemester 2025/2026
Zwei Semester zwischen Strand, Studium und spanischem Lebensgefühl
Entscheidungs- und Bewerbungsprozess
Für mich stand seit Beginn des Studiums fest, dass ich mein Auslandssemester in einem warmen Klima verbringen möchte. Spanien zog mich dabei besonders an. Zum einen war mir das Land durch vergangene Urlaube bereits vertraut und zum anderen, weil ich Spanisch an der Hochschule Stralsund gelernt habe und motiviert war diese Kenntnisse anzuwenden. Der Fakt das ich sogar den Double-Degree erhalte, wenn ich 2 Semester im schönen Spanien an der UPV Gandia verbringe, erschien mir umso besser.
Somit folgte die Bewerbung im Dezember 2024 über das MoveOn Portal. Der Konkurrenzkampf war nicht groß, da die UPV Gandia viele Erasmusplätze anbietet. Die offizielle Rückmeldung von der UPV kam allerdings erst relativ spät, um genau zu sein am 15.05.2025, was auch genau die Deadline war seine Daten der Uni zu übermitteln. Das war natürlich erstmal ein Schreck und man war sehr gestresst. Allerdings stellte sich heraus, dass man trotzdem immer alles hinbekommt und solche Deadlines strenger klingen als sie in der spanischen Umsetzung sind.
Unterkunft
Anders als die meisten Studenten, die ihre Unterkunft über die Firma Europa Inmobiliaria erhielten, nutzen eine Kommilitonin und ich die Platform Idealista für unsere 3-er WG. Gandia Zimmermieten sind sehr günstig (zwischen 200-300€). Wir zahlten für Gandia- Verhältnisse etwas mehr, aber wir hatten direkten Meerblick und eine sehr schöne Wohnung, nur 10 Minuten Fußweg von der Uni entfernt. Allerdings hatten wir ein paar Probleme mit der Vermieterin, die uns Schäden in Rechnung stellte, die eher auf das Alter und die Abnutzung der Gegenstände zurückzuführen waren.
Das Wohnen war für mich ein großer Pluspunkt in Gandia, da ich mich sehr wohl in der Wohnung gefühlt habe und wir auch viel zu dritt unternommen haben. Aus zwei Kommilitonen, mit denen man in Stralsund noch nicht so viel zu tun hatte, wurden Freundinnen und ich hätte mir keine besseren Mitbewohner vorstellen können.
Studium
Der Kontrast zwischen Winter- und Sommersemester hätte nicht größer sein können. Generell lässt sich sagen, dass sich die Uni hier sehr wie Schule anfühlt. Es gibt keine große Prüfungsphase am Ende, sondern eher viele Abgaben und Tests innerhalb des Semesters. Im Wintersemester gab es viele Erasmuskurse auf Englisch, wo alles etwas lockerer war. Im Sommersemester allerdings gab es überwiegend nur sehr strenge spanische Kurse, wo es oft zu Sprachbarrieren kam. Es wird leider nicht so viel Rücksicht auf Erasmusstudenten genommen, deshalb wählt lieber möglichst viele Projekte. Ein Pluspunkt waren allerdings die Field Trips die in den meisten Kursen unternommen wurden.
Freizeit und Infrastruktur
Die Freizeitgestaltung im Sommer ist sehr simpel: Gehen wir lieber an den Strand oder an den Pool? Oft trifft man sich einfach mit den Erasmusstudenten am Strand. Abends lädt die Promenade und der Hafen von Gandia immer zu einem schönen Spaziergang ein. Spätestens im Winter wird es ohne Auto dann schon schwieriger, da man mit den Verkehrsmitteln nicht wirklich die schöne Natur und Berge im Umkreis erreichen kann. Auch die Busse innerhalb Gandia lassen zu wünschen übrig, da man nie wirklich weiß wann einer kommt und deshalb auch schon eine Stunde bevor der Zug nach Valencia vom Bahnhof fährt, los muss. Oft ist man dann schonmal 2 – 2,5 h nach Valencia unterwegs, obwohl es mit dem Auto nur 50 Minuten wären.
Trips
Mit den ALSA-Bussen lassen sich sehr gut die Städte Benidorm, Dènia und Alicante erreichen. Mit den Zügen lohnen sich durchaus Wochenendtrips nach Madrid oder Barcelona. Für Wanderungen im Umkreis empfehlt es sich ein Auto zu mieten. Generell eignet sich die gesamte Costa Blanca, an der Gandia liegt, immer für einen schönen Roadtrip. So war ich beispielsweise jeweils für ein Wochenende in Almeria, Cartagena und Granada. Flüge innerhalb Spaniens und Portugal sind besonders außerhalb der Saison auch sehr günstig, weshalb ich im Januar für wenig Geld nach Teneriffa und Porto geflogen bin. Außerdem lässt sich Südfrankreich gut mit dem Flixbus errreichen.
Fazit
Beide Semester waren auf ihre eigene Weise eine sehr schöne Zeit, allerdings sehr unterschiedlich. Im Wintersemester gab es deutlich mehr Erasmusstudenten und mehr Auswahl an englischen Kursen, weshalb ich, wenn man nur für ein Semester nach Gandia möchte, das Wintersemester eher empfehlen würde. Zum Dezember hin wird es zwar schon ruhiger, aber dafür ist die Anfangszeit im September bei täglich 30 Grad deutlich schöner als im Februar zu starten. Im Winter kann es vor allem in der Wohnung durch schlechte Isolierung sehr kalt werden und in dieser Zeit ist kaum etwas los.
Gandia ist keine typische Erasmusstadt und man sollte die Entfernung mit Bus und Bahn nach Valencia nicht unterschätzen. Wer also sehr viel Wert auf Stadt- und Nachtleben legt, sollte lieber in eine Großstadt gehen. Trotzdem hat Gandia sein eigenes Flair und ist eine sehr authentisch spanische Stadt.