Erfahrungsbericht 

Luca W., Wirtschaftsinformatik, Spanien, Universidad miguel hernández de elche, SoSe 2026

 

Zwischen (ganz vielen) Palmen und spanischer Authentizität

 

Hi! :) Mein Name ist Luca und ich studiere Wirtschaftsinformatik im dritten Mastersemester an der Hochschule Stralsund. Die letzten fünf Monate habe ich im Südosten von Spanien verbracht, genauer gesagt in der Palmenstadt Elche. 

Aber fangen wir ganz vorne an. Ich bin 22 Jahre alt und habe 2021 mein Abitur gemacht. Damals gab es aufgrund der Pandemie noch viele Einschränkungen, sodass ein Auslandsaufenthalt nach dem Schulabschluss leider nicht sicher möglich war. Durch mein großes Interesse an internationalen Themen und Sprachen bin ich schließlich auf die Möglichkeit eines Auslandssemesters aufmerksam geworden.

Ich habe mich zunächst im International Office unserer Hochschule beraten lassen und anschließend über das Online-Tool „Finden Sie Ihren Studienplatz im Ausland!“ verschiedene Hochschulen und Standorte miteinander verglichen. Elche ist mir dabei sofort ins Auge gefallen: eine mittelgroße Stadt in der Nähe des Mittelmeers, die mit ihren rund 250.000 Einwohnern einiges zu bieten hat. Aber dazu später mehr. 

Im Oktober 2025 habe ich mich im Rahmen der Restplatzvergabe beworben. Der Bewerbungsprozess war insgesamt unkompliziert. Ich musste lediglich alle erforderlichen Dokumente hochladen und Schritt für Schritt dem Leitfaden auf der Hochschulwebsite folgen. Wirkliche Komplikationen gab es dabei nicht. An der einen oder anderen Stelle musste ich allerdings bei verschiedenen Stellen noch einmal nachhaken, wodurch sich der Prozess zu Beginn etwas verzögert hat. Das Learning Agreement war in meinem Fall relativ unkompliziert. Wichtig ist jedoch, sich frühzeitig um alles zu kümmern und bei den zuständigen Stellen, zum Beispiel beim Studienkoordinator oder beim Incoming Office der Partneruniversität, rechtzeitig nachzufragen.

Nach ein paar Wochen erhielt ich die Zusage. Anschließend ging es an die Wohnungssuche. Ich bewarb mich direkt für einen Wohnheimplatz in der „EligHall Residencia“, die offiziell von der Universität empfohlen wird. Das hat mir von Anfang an ein gutes Gefühl gegeben. Auch hier bekam ich recht schnell eine Zusage und zog in ein Zimmer einer Vierer-WG ein. Viele meiner späteren Erasmus-Freunde haben ihre WG über Idealista oder ähnliche Plattformen gefunden. Rückblickend war das meist die günstigere Variante. Ich kann die „EligHall Residencia“ dennoch definitiv empfehlen. Gleichzeitig lohnt es sich aber auch, einen Blick auf Plattformen wie Idealista zu werfen und die verschiedenen Möglichkeiten miteinander zu vergleichen. 

In Elche gibt es zwei Universitäten: die „CEU“ und die „Universidad Miguel Hernández de Elche“. Ich habe an der Letzteren studiert. Da ich erst seit Kurzem Spanisch lernte, belegte ich ausschließlich englischsprachige Kurse. Die Lehrveranstaltungen waren insgesamt gut zu meistern. Auffällig war jedoch die Anzahl der Prüfungsleistungen: Pro Fach mussten wir deutlich mehr Leistungen erbringen, als ich es aus Deutschland gewohnt war. Nach Gesprächen mit anderen Studierenden habe ich allerdings den Eindruck gewonnen, dass das in Spanien ganz normal ist.

Mit dem Spanischlernen hatte ich erst im Oktober 2025 begonnen. Kurz vor meiner Ankunft lag mein Sprachniveau etwa auf einem aktiven A2-Niveau. Das hat die Kommunikation mit den Einheimischen in den ersten Wochen teilweise erschwert. Nach fünf Monaten in Elche konnte ich jedoch deutliche Fortschritte feststellen. Deshalb würde ich jedem empfehlen, möglichst früh Zeit in das Spanischlernen zu investieren: auch dann, wenn man die Sprache bereits in der Schule gelernt hat. Warum das so wichtig ist, erzähle ich im nächsten Abschnitt.

Im Februar 2026 kam ich schließlich in Elche an. Direkt zu Beginn stand der Welcome Day auf dem Programm und alles war auf Spanisch. Schon dort wurde deutlich, wie sehr die Stadt und auch die Universität von der spanischen Kultur geprägt sind. Mit rund 250.000 Einwohnern und über 200.000 Palmen ist Elche alles andere als klein. Die Stadt bietet ein schönes historisches Zentrum, viele Bars und einen weitläufigen Campus. Innerhalb der Erasmus-Bubble wird allerdings überwiegend Englisch gesprochen. Macht euch also keine Sorgen, wenn eure Spanischkenntnisse noch nicht perfekt sind. Anschluss findet man trotzdem schnell. Gleichzeitig verbringen viele Studierende aus Lateinamerika ihr Auslandssemester in Spanien, da ihnen die gemeinsame Sprache den Einstieg erleichtert. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, schon vor der Abreise möglichst viel Zeit in das Spanischlernen zu investieren. Es ist zwar nicht überlebensnotwendig, aber ohne Sprachkenntnisse bleiben manche Gespräche, Freundschaften und Erfahrungen vielleicht unerreichbar. So lässt sich das Potenzial eines Auslandssemesters noch besser ausschöpfen. 

Auch kulinarisch hat Elche einiges zu bieten. Von gemütlichen Tapas-Bars über leckere Paella bis hin zur lokalen Spezialität „Arroz con Costra“ ist für jeden Geschmack etwas dabei. Den Abend kann man anschließend ganz entspannt bei einem Tinto de Verano oder einem Glas Sangría ausklingen lassen.

Alicante ist eine größere Stadt in unmittelbarer Nähe von Elche. Sie ist deutlich touristischer geprägt und bietet zahlreiche Möglichkeiten für das Nachtleben. Zwar gibt es auch in Elche einige Clubs, für längere Partynächte würde ich aber Alicante bevorzugen. Eine gute Strategie ist es, den Abend zunächst in einer der vielen gemütlichen Bars in Elche zu beginnen und sich gegen Mitternacht auf den Weg nach Alicante zu machen. In Spanien beginnen Partys nämlich deutlich später als in Deutschland. Die richtig gute Stimmung kommt oft erst ab zwei Uhr nachts auf. 

Über ESN Alicante werden zahlreiche Tagesausflüge zu günstigen Preisen angeboten, zum Beispiel nach Almería, Valencia, Guadalest oder Altea. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die Universität organisiert Veranstaltungen und Ausflüge, allerdings in einem kleineren Umfang. Wer lieber auf eigene Faust unterwegs ist, dem kann ich die Busgesellschaft Alsa empfehlen. Für eine rund fünfeinhalbstündige Fahrt nach Madrid habe ich beispielsweise nur 9 € bezahlt. Auch eine Rundreise durch Andalucía oder bis nach Portugal kann ich empfehlen.

Für Busverbindungen innerhalb der Stadt habe ich die App „BusElche“ genutzt. Sie war zwar nicht perfekt, hat mir im Alltag aber trotzdem sehr geholfen. Ich würde die Menschen in Spanien als offen, lebendig und warmherzig beschreiben. 

Aus dieser Zeit nehme ich nicht nur Freundschaften und unvergessliche Erlebnisse mit, sondern habe mich auch persönlich weiterentwickelt und bin resilienter geworden.

Wenn ihr euch für ein Auslandssemester in Elche entscheidet, erwarten euch viele neue Erfahrungen, tolle Menschen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch deutlich besseres Wetter. ;) 

Ich wünsche euch eine unvergessliche Zeit!

Bei Fragen meldet euch gern bei mir: Luca.P.Wittig@hochschule-stralsund.de