



Erfahrungsbericht
Charlotte S., Leisure and Tourism Management (Master), 3. Semester, Spanien, Teneriffa, Iriarte Escuela de Turismo, Wintersemester 2025/26
Bienvenido a Tenerife
Die Iriarte liegt im Norden von Teneriffa. Der Norden ist generell dafür bekannt, etwas bewölkter zu sein als der Süden, was ich nach diesem Semester bestätigen kann. Trotzdem sind die Temperaturen auch im Norden sehr angenehm. Während meines gesamten Aufenthalts wurde es nie kälter als 16 Grad. Wir haben schnell gemerkt, dass man bei schlechterem Wetter im Norden einfach ein Auto mieten oder mit dem Bus in den Süden fahren kann, da dort meistens die Sonne scheint. Allerdings ist das Beschweren auf hohem Niveau, da das Klima insgesamt sehr angenehm ist.
Studium
Der Master an der Iriarte ist anders als der Bachelor. Im Master ist fast alles online und auf Englisch, was ich als großen Vorteil empfunden habe, vor allem im Hinblick auf das Reisen. Die Vorlesungen werden als Videos hochgeladen und können flexibel angeschaut werden, wann und wo man möchte. Meist gibt es eine Frist von etwa fünf Tagen, in der zusätzlich eine kleine Aufgabe erledigt werden muss. Der zeitliche Aufwand dafür ist sehr gering.
Zusätzlich gibt es zwei schriftliche Gruppenarbeiten, die im Vergleich zu deutschen Anforderungen deutlich einfacher sind. Sowohl die Zwischenprüfungen als auch die Endprüfungen finden online statt und sind gut machbar. Der Spanischkurs an der Iriarte findet je nach Niveau entweder montags und mittwochs (A1) oder dienstags und donnerstags (B1) am Nachmittag in Präsenz statt. Für mich persönlich war der Kurs aufgrund meiner Vorkenntnisse leider nicht so hilfreich wie erwartet. Wer nach Teneriffa geht, um viel zu lernen oder viel Zeit an der Uni zu verbringen, ist hier nicht richtig. Wer jedoch das Leben genießen möchte, ist an der Iriarte gut aufgehoben.
Leben
Das Leben auf Teneriffa ist entschleunigend. Wie die meisten Studierenden an der Iriarte habe auch ich in Puerto de la Cruz gelebt, was für mich ideal war. Der große Vorteil von Puerto de la Cruz ist die Nähe zum Meer sowie die vielen schönen Strände und die Natur in der Umgebung. Wer mehr Party und einen Großstadtvibe sucht, sollte eher nach Santa Cruz ziehen. Dort finden die meisten Erasmus-Veranstaltungen statt, es gibt mehr Nachtleben und die Mieten sind günstiger.
Sehr empfehlen kann ich die sogenannte „Trajeta Verde“. Die Beantragung ist anfangs etwas aufwendig, da man mehrere Termine bei der Polizei und beim Rathaus benötigt sowie einige gedruckte Dokumente einreichen muss. Die Iriarte unterstützt hierbei und übernimmt das Drucken der Unterlagen. Insgesamt kostet die Karte etwa 20 Euro. Der Aufwand lohnt sich jedoch sehr, da man damit 75 Prozent Rabatt auf Flüge und Fähren innerhalb der Kanaren sowie zum spanischen Festland erhält, kostenlos mit dem Bus auf Teneriffa fahren kann und zum Beispiel im Siam Park nur die Hälfte zahlt. Ich empfehle, sich direkt am Orientierungstag mit anderen Erasmus-Studierenden zusammenzusetzen und die Termine zu buchen. Bei mir hat der gesamte Prozess etwa einen Monat gedauert, danach konnte ich die anderen Inseln der Kanaren vergünstigt bereisen, was mein Auslandssemester sehr bereichert hat.😊
An der Iriarte sind etwa 80 Erasmus-Studierende. Es gab eine große WhatsApp-Gruppe und fast täglich haben sich Gruppen am Strand, in Bars oder für gemeinsame Ausflüge getroffen. Leider fand ich es schade, dass es nur wenige Möglichkeiten gab, Spanierinnen und Spanier kennenzulernen. Durch die vielen Online-Kurse und lediglich den Spanischkurs hatte ich an der Uni kaum Kontakt zu Einheimischen, wodurch das Spanischsprechen im Alltag sehr begrenzt war.
Ich habe in einem typischen kanarischen Haus mit zehn Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gewohnt, überwiegend Deutsche. Das WG-Leben war sehr schön. In Puerto de la Cruz gibt es außerdem eine große WhatsApp-Community namens „PuertoActive“. Dort werden regelmäßig Aktivitäten wie Beachvolleyball, Padel, Surfen oder Wandern organisiert, was eine gute Möglichkeit ist, neue Leute kennenzulernen und aktiv zu sein. Hier hatte ich auch öfter die Gelegenheit, Spanisch zu sprechen. Insgesamt lebt jedoch ein sehr großer Anteil Deutscher auf der Insel.
Oft wird gesagt, dass man auf Teneriffa gut Surfen lernen kann. Das kann ich für Puerto de la Cruz nicht bestätigen, da die Wellen dort aus verschiedenen Richtungen kommen und teilweise sehr hoch sind. Für Anfänger ist das eher ungeeignet, möglicherweise ist der Süden der Insel dafür besser geeignet.
Mein Highlight ist der Teide, der höchste Berg/Vulkan von Spanien, diesen Berg sieht man gefühlt von überall und kann ihn mit bestimmten Permits auch besteigen, was anstrengend aber absolut lohnenswert ist. Außerdem gibt es Raves in Höhlen, was mal was anderes ist. Sowie eine Pool-Party im Dezember.
Fazit
Teneriffa ist traumhaft. Es ist ein besonderes Gefühl, nach dem Sommer in Deutschland noch einmal Sommer zu erleben. Außerdem hat man wohl nie wieder die Möglichkeit, die Kanaren so günstig zu bereisen und jede Insel hat ihren ganz eigenen Flair. Durch die Erasmus-Community, die vielen gemeinsamen Aktivitäten und die Zeit am Strand wird es definitiv nicht langweilig. Für mich war das Auslandssemester vor allem eine Zeit um das Leben zu genießen. Wer jedoch mit dem Ziel nach Teneriffa geht, möglichst viel zu lernen, sollte sich eher für eine andere Universität entscheiden.