



Erfahrungsbericht
Carina R., Leisure and Tourism Management, 5. Semester, Peru, Lima, Universidad San Ignacio de Loyola, Wintersemester 2025/26
Studienplatzsuche und Bewerbung
Schon bei meiner Bewerbung für das LTM-Studium in Stralsund war für mich klar, dass ich unbedingt ein Semester in einem spanischsprachigen Land verbringen möchte. Peru erschien mir schnell als perfekte Wahl – passende Semesterzeiten, ein erforderliches Spanischniveau, eine beeindruckende Landschaftsvielfalt und ein komplett neuer Kontinent. Nachdem ich die Bewerbung Ende November 2024 abgeschickt hatte, kam bereits im Januar die Zusage und schon im April ging die Vorbereitung auf mein Auslandssemester los.
Vorbereitung & Anreise
Nach der Aufnahme durch die USIL begann der organisatorische Teil: Bewerbungsunterlagen, WhatsApp-Gruppe, Videocalls und die Visumsbeantragung. Besonders hilfreich war die enge Betreuung durch die Uni in Lima, die sich um fast alles kümmerte.
Bei der Wohnungssuche entschied ich mich bewusst für ein Homestay in La Molina, da dieses Viertel ruhiger und näher an der Uni liegt und außerdem die Chance bat, mein Spanisch zu verbessern. Bereits ab dem ersten Gespräch mit meiner Gastfamilie habe ich mich willkommen und gut aufgehoben gefühlt.
Erste Wochen & Uni-Alltag
Die Uni startete bereits im August, was wegen der Prüfungen in Stralsund etwas stressig war. Umso wertvoller war die Welcome Ceremony mit Campustour, Show und ersten Begegnungen mit anderen Internationals. In den folgenden Tagen ging es dann mit unseren Buddys auf Ausflüge durch Lima und an die Kurswahl.
Die Kurseinschreibung war wegen der Mischung aus Präsenz- und Onlinekursen zunächst komplex, aber die Unterstützung vor Ort machte es deutlich leichter.
Studieren in Peru
Das peruanische Spanisch ist gut verständlich, dennoch musste ich mich besonders bei spanischsprachigen Online-Kursen erst daran gewöhnen. Mit etwas Geduld ging das aber schnell.
Der Unterricht selbst ist schulischer als in Deutschland: Anwesenheitspflicht, regelmäßige Tests und viel Mitarbeit sind gehören zum Unialltag. Gleichzeitig sind die Aufgaben praktischer und anwendungsorientierter, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Professor*innen waren alle sehr rücksichtsvoll und unterstützend, wodurch ich nie das Gefühl hatte, alleine zu sein oder nicht weiter zu wissen.
Leben in Lima
Die Eingewöhnung in eine Stadt mit über 10 Millionen Einwohnern war ein anstrengender als erwartet, insbesondere wenn man aus einer ruhigen Stadt wie Stralsund kommt. Durch die eher schlecht ausgebaute Infrastruktur, vielen Menschen und langen Strecken haben wir nicht selten mehr als eine Stunde für einen Weg gebraucht. Dafür hat die Großstadt aber auch unglaubliche Vorteile, wie zum Beispiel Surfen am Pazifik, Picknicks in schönen Parks, Tagesausflüge in umliegende Orte, bunte Märkte und einige Partyoptionen. Langeweile bekommt man in Lima definitiv nicht!
Kultur, Menschen & Reisen
Was Peru für mich besonders gemacht hat, war seine landschaftliche und kulturelle Vielfalt. Ich habe noch nie ein Land besucht, in dem so unterschiedliche Landschaften, wie Küste, Wüste, Anden und Amazonas so dicht aufeinandertreffen.
Darüber hinaus haben mich die Gespräche mit den Menschen, die ich hier kennenlernen durfte, immer wieder glücklich gemacht. In allen Regionen Perus erschienen mir Peruaner*innen sehr gastfreundlich, herzlich, interessiert und oft unglaublich stolz auf ihre Kultur. Vor allem das Essen ist ein zentraler Bestandteil der peruanischen Identität, und auch wenn es für mich als Vegetarierin manchmal eine Herausforderung war, hat es sich doch meistens gelohnt, dass Essen zu probieren.
Fazit
Insgesamt hat mein Auslandssemester in Peru mich sehr geprägt. Zwar habe ich aufgrund der Größe Limas eine Weile gebraucht, um mich einzuleben, gleichzeitig durfte ich aber auch ganz besondere und unvergessliche Erfahrungen machen. Diese habe ich nicht nur in Lima während meiner Unizeit gemacht, sondern auch auf Tagestrips und längeren Reisen durch das Land. Vor allem die Gespräche mit meiner Gastfamilie sowie auch Kommiliton*innen und Fremden haben nicht nur mein Spanisch verbessert, sondern mich auch sehr berührt und inspiriert. Dies in Kombination mit Momenten im Regenwald, in den Anden und am Meer haben mein Auslandssemester zu einer faszinierenden Erfahrung gemacht, die ich jederzeit wiederholen würde!