
Erfahrungsbericht
Nina S., Leisure and Tourism Management, Peru, Universidad San Ignacio de Loyola, SoSe 2026
Erasmus zwischen Wüste, Anden und Meer
Bewerbungsprozess & Vorbereitung
Ich wollte gern für ein Jahr nach Lateinamerika gehen. Nach meinem Semester in Kolumbien ging es für mich also nach Lima in Peru. Da ich im vorherigen Semester bereits in Kolumbien studiert habe, war es für mich keine große Umgewöhnung. Die Universität hat vorab wirklich viele Informationen geteilt und es waren nicht mehr viele Fragen offen. Auch im Visa-Prozess haben sie sehr gut unterstützt, man musste sich dieses lediglich im Konsulat (Berlin/Hamburg) abholen. Man erhält vorab eine Liste von Kursen und trifft eine Vorauswahl, wirklich gewählt werden diese allerdings erst vor Ort. Ich würde definitiv raten, in der Orientierungswoche da zu sein und sich bei der Kurswahl Unterstützung zu holen, denn in meinem Semester war es leider total chaotisch und schwierig, passende Kurse zu finden. Bestimmt die Hälfte der Kurse der Vorauswahl waren bereits voll oder wurden doch gar nicht angeboten. In dieser Woche bietet die Uni auch ein paar Aktivitäten an, um Lima etwas kennenzulernen. Bei einer 12 Millionen Stadt fand ich das sehr schön, um überhaupt erstmal einen Überblick zu bekommen.
Wohnungssuche & Unterkunft
Ich habe mein Zimmer gefunden, da Freunde, welche bereits dort waren, mir einen Kontakt gegeben haben. Es heißt Boluma und ist eine Gemeinschaft, welche Zimmer in Häusern an Gaststudenten vergibt. Mein Haus war in Miraflores und ich habe mit 20 anderen Studenten zusammengelebt, mehrheitlich Franzosen. Ich war sehr happy in Miraflores zu leben, es ist super sicher und man ist nicht weit weg vom Meer. Zur Uni braucht man mit Uber/InDrive jenach Uhrzeit und Verkehr zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden. In meinem Fall war das nicht schlimm, da ich maximal 2 Mal in der Woche hinfahren musste.
Alltag & Freizeit
Meine Kurse fanden fast immer relativ spät statt, so dass ich abends bis um 10 Uni hatte. Da, wie gesagt, fast alle meine Kurse hybrid oder online waren, war man recht flexibel und so bin ich in Peru oder z.B auch Argentinien und Chile gereist. Anschluss findet man eigentlich recht schnell, entweder über die Uni oder das Erasmus Netz. Mein Leben fand hauptsächlich in Miraflores und San Isidro statt, da Lima so groß ist, sollte man die Strecken auf keinen Fall unterschätzen. Besonders zur Rush-Hour von 17 bis 20 Uhr sollte man versuchen, nicht ans andere Ende der Stadt zu müssen. Am Anfang kann das Verkehrschaos ein wenig überfordern, aber für lateinamerikanische Verhältnisse ist doch alles recht geordnet. Ansonsten gibt es in Miraflores sehr viele Restaurants und Cafés und auch das Nachtleben spielt sich dort ab. Je nachdem, wo und wie man lebt, ist das Preisniveau nicht viel geringer als in Deutschland. Ich würde sagen, in Miraflores bezahlt man für Miete oder Dienstleistungen ähnlich viel. Auch Lebensmittelpreise im Supermarkt sind vergleichbar, da manche Sachen bedeutend teurer sind, z.B. Milchprodukte oder Drogerieartikel.
Kultur & Sprache
Die Peruaner lieben ihre Kultur und ihr Essen! Dagegen darf man nichts sagen, sonst ist man direkt unten durch. Auch, wenn es nur Fleisch mit Reis oder Pommes ist. Am besten schaut man sich die bekanntesten Peruanischen Gerichte schon einmal vorher an, damit man ein wenig mitreden kann, denn in so ziemlich jedem Gespräch wird man gefragt werden, was denn sein Lieblingsessen ist. Ansonsten ist die peruanische Kultur wahnsinnig gastfreundlich und reich. Wenn man sich ein wenig dafür interessiert, kann man super viel lernen, besonders da die verschiedenen Regionen in Peru so vielfältig sind.
Uni Leben
Die Uni ist in La Molina, einem Bezirk etwas am Rand der Stadt. Sie ist relativ modern, allerdings war der Campus nicht sonderlich lebendig und es gab wenig Gelegenheiten zum essen oder einfach sitzen, wie ich fand. Es gibt Kurse auf Englisch und Spanisch und während des Semesters viele Tests und Zwischenleistungen. Insgesamt hatte ich 6 Kurse, um auf meine ECTS zu kommen und das Pensum war machbar. Man kann 30% fehlen, allerdings sollte man das wirklich gut planen, da man sonst schnell viele Punkte verpassen kann. Ich würde empfehlen viele Online Kurse zu belegen, da man sich damit den Weg in die Uni spart, sollte man in Miraflores wohnen. Falls man plant, viele Uni-Aktivitäten mitzumachen, würde ich empfehlen, in La Molina zu wohnen, da es zeitlich sonst kaum machbar ist.
Tipps
Man braucht auf jeden Fall einen richtigen Laptop mit Windows oder einen Mac. Ich hatte z.B einen Lenovo Laptop mit einem Android Betriebssystem und darauf funktioniert die Prüfungssoftware der USIL nicht! Revolut ist auch sehr praktisch und wird viel benutzt!
Ich habe die Stadt während meines Semesters total lieben gelernt! Wenn man den Verkehr einmal ausklammert, ist Lima wirklich toll und die Lage am Meer, besonders wenn man gern surft, wirklich einzigartig. Ich würde jederzeit wieder dorthin gehen! :)