Erfahrungsbericht

Leo S.., Leisure and Tourism Management, 5. Semester, Peru, Lima, Universidad San Ignacio de Loyola, Wintersemester 2025/26

 

Vor der Mobilität

Ich wollte mein Auslandssemester dafür nutzen, andere Kulturen und weiter entfernte Länder kennenzulernen. Deshalb habe ich mich für ein ERASMUS+ Stipendium beworben, welches mir das 5. Semester in Lima, Peru und das 6. Semester in Medellin, Kolumbien ermöglichen würde. Glücklicherweise habe ich diesen Wunsch erfüllt bekommen. Der Bewerbungsprozess war etwas langwierig, aber nicht schwierig oder kompliziert, auch durch die Unterstützung des Outgoing Teams der HOST. Als Vorbereitung empfiehlt es sich hierbei, die Sprachkurse an der HOST zu belegen, die für das Auslandsjahr relevant werden, da die Partnerunis oftmals ein Sprachlevel voraussetzen.

Nachdem ich an der USIL in Lima angenommen wurde und per Mail in Kontakt stand, kam eine Liste mit privaten Unterkünften (Wohnungen und WGs), die von der Uni empfohlen wurden. Davon habe ich mit einer Kommilitonin eine WG ausgewählt und mit der Vermieterin geschrieben, letztendlich war die Wohnungssuche somit sehr unkompliziert. In Peru lief fast alles Organisatorische über WhatsApp. Auch online gibt es Angebote für Wohnungen speziell für internationale Studenten, so wie nomadroof.

 

Ankunft an der Uni

Wir kamen rechtzeitig in Peru an, um die Welcome Ceremony der USIL mitzumachen. Das war wie eine große Vorstellungsrunde, bei der die Uni sich und ihr Land präsentiert hat. Es gab Spiele, Essen, Tanzvorführungen etc.

Sehr positiv fand ich, dass auch an drei Tagen Ausflüge gemacht wurden, in das historische Stadtzentrum, eine große archäologische Ausgrabungsstätte und an die Küste von Lima. Das war wirklich hilfreich, um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen und die ersten neuen Freunde kennenzulernen. Dabei war nichts verpflichtend, es hat sich jedoch gelohnt, offen für die Veranstaltungen zu sein und alles mitzumachen. Diese Veranstaltungen richten sich natürlich primär an die internationalen Studenten.

Die Kurse waren teils ähnlich wie in Deutschland, andererseits meist mit mehr Mitarbeit. Einige Kurse erinnern ein wenig an die Schulzeit, da es auch häufig „Hausaufgaben“, beziehungsweise Abgaben gibt. Das tägliche Arbeitspensum ist somit etwas mehr als in Deutschland, dafür steht und fällt jedoch nicht die gesamte Note mit einer Klausur/Präsentation. Generell sind Präsentationen wesentlich häufiger als in Deutschland, jedoch ist das akademische Niveau niedriger. 

 

Leben in Lima

Ich habe Lima als chaotisch, laut und überdimensioniert kennengelernt, aber die Stadt doch sehr gemocht nach einiger Zeit. Fußläufig ist es eher schwierig zu navigieren, Uber oder ähnliche Apps sind absolut notwendig. Daran gewöhnt man sich jedoch, und es ist sehr viel günstiger als in Deutschland. Ebenfalls Restaurants sind meist günstiger. Das Nachtleben ist sehr präsent und sicherer als gedacht, viele Bars und Clubs werden von anderen internationalen Studenten oder den peruanischen Bekannten und Freunden an der Uni empfohlen. Peruaner habe ich generell als sehr offen und freundlich erlebt, jedoch existiert oft eine Sprachbarriere, es lohnt sich also ein wenig Spanisch zu sprechen. Peruaner geben sich Mühe, neue Leute zu integrieren und auch die internationale Diaspora habe ich als sehr offen erlebt. Es gibt viele Aktivitäten in Lima, von Padel bis Surfen, die in WhatsApp Gruppen beworben werden und denen man sich leicht anschließen kann. Sicherheitsbedenken braucht man kaum zu haben, wenn man weiß wo man sich nicht aufzuhalten hat. Das erfährt man zu Beginn von Kommilitonen oder auch anderen internationalen Studenten.

 

Fazit 

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass mein Auslandsaufenthalt mich persönlich weitergebracht hat und mir viele neue Freunde und Erfahrungen ermöglicht hat. Auch der Kontakt zu der peruanischen Kultur und das neue Umfeld in Lima mit der Universität, hat mir geholfen flexibler zu werden und mich auf neue Situationen einzustellen. Ich würde jedem interessierten ein Auslandssemester in Südamerika empfehlen, da es doch sehr anders ist als Europa, und man seine Sprachkenntnisse zusätzlich sehr schnell verbessert. Ich habe das Gefühl, in Lima wirklich angekommen zu sein.