Erfahrungsbericht

Aileen W., International Management Studies in the Baltic Sea Region, 5. Semester, Norwegen, Kristiansand, University of Agder, Wintersemester 2025/26

 

Bewerbungsprozess:

Die allgemeine Bewerbung für ERASMUS war recht unkompliziert, da alle benötigten Informationen und Unterlagen auf der HOST-Website zu finden sind. Als feststand, dass es nach Norwegen geht, hat sich meine Gasthochschule sehr schnell gemeldet. Man konnte sich auf die Mitarbeitenden vor Ort verlassen und erhielt im weiteren Verlauf viel Unterstützung. Außerdem gab es freiwillige Online-Seminare, in denen der gesamte Prozess verständlich erklärt wurde.

 

Unterkunft:

Es gibt viele Wohnheime direkt auf dem Campus oder in der Nähe, die von SiA vermietet werden, einer Organisation, die eng mit der Universität zusammenarbeitet. Auch die Bewerbung um eine Wohnung war unkompliziert und übersichtlich gestaltet. Schließlich habe ich eine schöne Wohnung auf dem Campus bekommen. Beim Einzug gab es keine Probleme und bei Fragen oder Anliegen konnte man jederzeit jemanden kontaktieren.

 

Alltag:

Die Einführungswoche war sehr schön und man konnte sofort viele andere ERASMUS-Studierende kennenlernen. Dort habe ich einige Freundschaften geschlossen, die sich im Verlauf des Semesters weiter vertieft haben. Das Studentenleben war insgesamt sehr angenehm. Es gab nicht besonders viele Vorlesungen, dafür aber einige zeitaufwendigere Gruppenarbeiten. In Norwegen wird generell viel Wert auf eigenständiges Lernen gelegt. Der Lernaufwand war gut machbar und insgesamt weniger streng, als man es vorher vielleicht erwartet hätte – Freizeit blieb auf jeden Fall. Mit Englisch kommt man in Norwegen problemlos zurecht, fast alle sprechen es sehr gut, und manche sogar etwas Deutsch.

Die Universität verfügt über eine schöne Mensa mit leckerem Essen sowie ein gemütliches Café, in dem man gut lernen kann. Jeden Freitag gab es in der Mensa „Taco Friday“, da Tacos in Norwegen sehr beliebt sind. 

Vom Campus aus ist man in weniger als zehn Minuten mit dem Bus in der schönen Innenstadt. Außerdem hat ESN viele tolle Aktivitäten organisiert, wie wöchentliche Quizabende, „Waffle Hour“ oder Musik-Bingo. Es gab auch einen Wochenendtrip zum Preikestolen und eine Winter-Gala, die ich sehr empfehlen kann. In Kristiansand gibt es viele schöne Cafés und direkt bei der Uni viel Natur. Als es im August noch warm war, sind wir sogar im nahegelegenen See schwimmen gegangen – nur zehn Minuten zu Fuß entfernt. Das war traumhaft!

 

Freizeit:

Während des Semesters hatten wir eine Woche frei, in der wir einen kleinen Roadtrip geplant haben. Wir sind nach Stavanger gefahren und haben uns die Stadt angesehen. Danach sind wir weiter in den Norden gereist und zur Trolltunga gewandert. Wir hatten eine geführte Tour mit Übernachtung in einem Arctic Dome gebucht – eine großartige und sehr empfehlenswerte Erfahrung.

Anfang November sind wir außerdem für ein paar Tage nach Tromsø geflogen. Kristiansand hat einen kleinen Flughafen, was Reisen innerhalb Norwegens sehr erleichtert – das Land ist groß und nicht alles ist mit Bus und Bahn erreichbar. Tromsø war wunderschön und beeindruckend: Es hat geschneit, wir haben erfolgreich eine Polarlichter-Tour gemacht und sogar an einer Whale-Watching-Tour teilgenommen, bei der wir Orcas gesehen haben. Ein unvergessliches Erlebnis.

Man hat während des Semesters definitiv Zeit für kleinere Reisen, und ich finde, man sollte diese Möglichkeit unbedingt nutzen. So sieht man viel vom Land und erlebt eine beeindruckende Natur, wie man sie in Deutschland nicht findet.

 

Fazit:

Wenn du nach Norwegen gehen möchtest, kann ich Kristiansand sehr empfehlen. Dort erlebt man sowohl den norwegischen Sommer als auch die Möglichkeit, problemlos in den nördlicheren Teil des Landes zu reisen. Die Sonne geht im Winter ähnlich wie in Deutschland unter, sodass man deutlich mehr Tageslicht hat als im Norden. Die Universität und der Campus sind sehr schön, und auch Kristiansand selbst ist gut angebunden – man kommt leicht mit Bus oder Bahn nach Oslo oder Stavanger. Norwegen ist ein wunderschönes Land, und ich empfehle jedem, einmal dorthin zu gehen.