


Erfahrungsbericht
Stella H., International Management Studies in the Baltic Sea Region, 5. Semester, Norwegen, Kristiansand, Universitet i Agder, Wintersemester 2025/26
God Dag! Ich bin Stella und hatte die Gelegenheit, mein Auslandssemester an der Universitet i Agder in Kristiansand, Norwegen verbringen zu dürfen. Schon früh wusste ich, dass ich nach Norwegen wollte, da ich diese Sprache bereits im Zuge meines BMS-Studiums lernen konnte.
Wohnungssuche
Nachdem ich den Studienplatz an der Universitet i Adger (UiA) bekommen hatte, konnte ich mit der Wohnungssuche beginnen. Ich fand den Zeitraum bis zum Beginn meines Auslandssemesters ein wenig kurz – Ich konnte mich während der Prüfungsphase im Sommersemester 2025 bewerben und habe die Zusage schnell bekommen. Die Internetseite der UiA ist gut strukturiert, vor allem in Sachen Wohnungssuche. Es wurde eine Mail Versand, in der stand, wann man sich auf die Wohnungen bewerben konnte. Aus diesem Grund saßen alle an jenem Tag vor dem PC, sodass der Server down gegangen ist. Sollte das bei euch passieren, seid unbesorgt: Trotz des enormen Andranges hat anscheinend jeder eine Wohnung bekommen.
Ankommen
Die Flugreise nach Kristiansand erwies sich als etwas stressiger, als erwartet: Da es von Frankfurt aus keine Direktverbindung gab, musste ich über Oslo fliegen. Kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr vom Ausland nach Norwegen fliegt und dort in einen Innerlandflug steigt, müsst ihr beim Umstieg euer Gepäck abholen, ggf. zum Zoll, und dann das Gepäck erneut aufgeben. Plant deshalb genügend Umsteigezeit ein. Zur Referenz: Ich hatte zwei Stunden Zeit und habe bestimmt fast eine Stunde gebraucht um mich zurechtzufinden und meinen Koffer neu einzuchecken. In Kristiansand angekommen, warteten die Buddys vom ESN-Network auf uns und zeigten uns, wie wir die App (AKT Billett) für das Busticket nutzen können. Ihr könnt u.a. mit Kreditkarte zahlen, müsst aber ggf. zuerst eure Kreditkarte im Onlinebanking für das sichere Bezahlen im Internet freigeben. Ich kann nur empfehlen, die App zu nutzen, denn es ist doppelt so teuer, sich ein Ticket im Bus zu kaufen.
Studieren in Norwegen
Die Vorlesungen waren ungewohnt voll im Vergleich zu denen in Stralsund. Der größte Kurs hatte über 400 Studierende. Apropos Kurse: Wenn ihr BMS studiert, kann ich euch nur empfehlen, folgende Module zu wählen: Consumer Behavior, Entrepreneurship & Innovation, Brand Management & Advertisement und Environmental & Resource Economics. Für Letzteres braucht ihr dringend ein Buch, dass ihr euch, wenn ihr schnell seid, in der Bibliothek ausleihen oder in dem Buchladen auf dem Campus kaufen könnt. Environmental & Resource Economics hat einige mathematische Komponente in den Vorlesungen und Seminaren. In der Prüfung aber musste man kaum rechnen; man musste die Bedeutung der Formeln/Gleichungen nur erklären.
Sportangebote und Klubs
Wenn ihr an Sport interessiert seid oder einfach gerne in die Sauna geht, solltet ihr euch überlegen, dem Spicheren beizutreten. Das Trainingscenter befindet sich in der Nähe von der Uni und hat einen guten Studentenrabatt. Ich glaube, ich habe damals 1.700 Kronen für vier Monate bezahlt – also noch nicht einmal 170 Euro. Man kriegt einiges von der Mitgliedschaft: Ein Gym, ein Olympiaschwimmbecken, einen Whirlpool, geschlechtergetrennte Saunen und Kurse, die ihr nach Lust und Laune flexibel aussuchen könnt. Die UiA hat einige extracurriculare Angebote, u.a. Sportmannschaften, einen Handarbeitsklub, mehrere Chöre und eine Studentenzeitung. Wenn ihr Interesse am Schreiben, Fotografieren oder Gestalten habt, dann ist Studentavisen Unikum das Richtige für euch. Dort könnt ihr nicht nur eure Kreativität ausleben, sondern auch großartige Leute kennenlernen. Einmal pro Monat findet das Desk Weekend statt, wo sich alle Mitglieder treffen, und zusammen schöne Abende machen. Hier und da gibt es auch andere spaßige Events, z.B. sind wir einmal in den Escape Room gegangen. Außerdem gibt es das Julebordet (den „Weihnachtstisch“), den man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man im Wintersemester dort ist.
Fazit
Ich habe früher einmal gehört, dass es für Internationals schwierig ist, Anschluss zu den einheimischen Studierenden zu bekommen, doch das kann man nicht so leicht sagen. Ich zum Beispiel hatte eher Kontakt zu den norwegischen Studierenden als zu den Internationals, bei einer Kommilitonin war es genau andersherum. Ich glaube, beste Möglichkeit, Einheimische kennenzulernen, ist, in ebenjene Klubs zu gehen. Und es lohnt sich – die Norweger sind echt nett und witzig. Generell kann ich es jedem und jeder empfehlen, nach Kristiansand zu gehen. Es ist eine drollige, schöne Kleinstadt mit Charme und einer guten Anbindung zu einem großen Einkaufszentrum namens Sørlandssenteret. Wenn man Lust hat, auf Reisen zu gehen, kann ich Stavanger empfehlen – vor allem im Winter, wo die Straßen so schön beleuchtet sind.
Alles in allem kann ich die UiA jedem empfehlen, der nach einer angenehmen Lernerfahrung und eine unvergessliche Zeit sucht.