

Erfahrungsbericht
Helena B., LTM, 5. & 6. Fachsemester, Palma de Mallorca (UIB)
Goodbye Deutschland: Studentin zwischen Ballermann und unerwartetem Inseltraum
Der Weg auf die Insel
Meine Wahl, den Spanischkurs zu besuchen, sollte sich auszahlen, also entschied ich mich früh in meiner Auslandswahl für Spanien und bekam nach einem relativ entspannten Bewerbungsprozess auch die Zusage, zwei Semester an der UIB zu studieren. Die Kommunikation war nach spanischem Klischee etwas zäh und man lernte schnell sich an die spanische Ruhe zu gewöhnen. Nachdem die ersten bürokratischen Hürden gemeistert waren, ging es für mich an die Wohnungssuche. Ich hatte früh mit meiner Suche begonnen und konnte deshalb meinen Mietvertrag schon im Juni für den kommenden Juli unterschreiben. Nachdem ich meine Wohnung über /Idealista/ gefunden hatte, konnte es für mich auf die Insel gehen.
Uni Alltag
Was man über die Uni wissen muss ist, dass die Kurse in 3 Sprachen angeboten werden. Zum einen in den Amtssprachen Spanisch und Catalan, zum anderen auf Englisch. Mein Learning Agreement hat sich demnach aus englischen Kursen aus der Tourismus Fakultät und der Economics Fakultät zusammengesetzt. Der Campus liegt im Norden der Stadt etwas außerhalb, ist aber mit der Metro sehr gut zu erreichen. Ich habe mich wie eigentlich alle Erasmus Studenten relativ schnell um eine Beantragung der TIB Card gekümmert, da diese kostenlos ist und alle öffentlichen Verkehrsmittel (Metro, Stadtbusse und Langstreckenbusse über die ganze Insel) für das Jahr kostenlos macht, was ein super Angebot ist um die Insel besser erkunden zu können. Für alle Sportliebhaber möchte ich hier auch nochmal das campuseigene Sportbad, die Padelplätze, Tennisplätze und Fußballplätze hervorheben, die man alle ganz einfach für wenig Geld reservieren kann. Außerdem das Gym, welches für Studenten relativ günstig ist.
Noch ein Tipp: Ich würde niemanden empfehlen in das Studentenwohnheim zu ziehen. Wie bereits erwähnt, liegt der Campus etwas außerhalb und auch wenn die Verbindungen zur Uni gut sind, sind sie das nur tagsüber. Nach 22 Uhr wird es schwierig von dem Unigelände herunterzukommen und alle Events passieren in der Stadt.
Mein kleines Inselleben
Hier muss ich einmal die Klischees erwähnen, die mit der Insel einhergehen. Um es einmal zu sagen, wenn man kein Interesse an der Ballermann Kultur hat, kann man dieser sehr gut aus dem Weg gehen und besonders das Wintersemester war mehr geprägt von einer ruhigen Innenstadt und dem spanischen Flair. Die Insel hat einiges mehr zu bieten als den Ruf des 17. Bundeslandes und ist auf jeden Fall einen Blick wert. Ein Highlight war die Stadt Palma zu erkunden und mein Zuhause nennen zu dürfen mit den vielen versteckten Bars und Cafés. Spanien ist ein Land, welches auch nach der Arbeit lebt und auch unter der Woche sind die Restaurants und Bars belebt.
Und wer auch mal zur Ruhe kommen will, kann die vielen verschiedenen Strände und Buchten erkunden, die Mallorca zu bieten hat, oder auch einfach die Berge erkunden und am Wochenende auf einen Hike gehen, der auch oft in einer Gruppe von Erasmusleuten veranstaltet wird, denn Mallorca hat als Insel wirklich alles was man sich an Natur wünscht.
Erasmus
Auch wenn man es vielleicht am Anfang nicht erwartet, hat Mallorca über 300 Erasmus Studenten pro Semester, die alle neuen Anschluss suchen und demnach auch alle offen für neue Bekanntschaften sind. Ich kann nur sagen, dass die ersten Wochen die wichtigsten sind und für jeden, der mit vielen Kulturen connecten will das „ja sagen“ zu jeder möglichen Aktivität wichtig ist. Auch wenn man vielleicht müde ist, wenn die Organisation ESN Balearen etwas organisiert, ist es empfehlenswert, sich auf die Erfahrung einzulassen, denn auch Erasmus wird nach den ersten Wochen etwas ruhiger und dann ist es gut schon einige Leute zu haben mit denen man auch eigene Pläne machen kann.
Fazit
Zwei Semester in Spanien hören sich erst einmal viel an, aber wenn ich diesen Bericht hier schreibe, merke ich selbst wie schnell die Zeit vergeht. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, die Erfahrung zu machen allein in ein anderes Land zu ziehen und sich bewusst auf das neue Umfeld einzulassen. Denn Urlaub ist die eine Sache, aber die Höhen und Tiefen des Alltags in einem anderen Land zu erleben eine komplett andere. Jede positive, aber auch negative Erfahrung hat die letzten Monate unvergesslich gemacht und wird eine Zeit sein, die ich immer in Erinnerung behalten werde.