Erfahrungsbericht

Leo S., Leisure and Tourism Management, 6. Semester, Universidad Pontifica Bolivariana, Kolumbien, Sommersemester 2026

 

Erfahrungsbericht UPB Medellin

 

Ich hatte das Glück, durch ERASMUS+ mein sechstes Semester und zweites Auslandssemester an der Universidad Pontifica Bolivariana in Medellin verbringen zu dürfen. Als ich ankam, waren noch Semesterferien und daher auch Urlaubszeit für die meisten Professoren und Angestellten. Trotzdem gab es eine Art Außenstell, die glücklicherweise täglich geöffnet hatte. Dort habe ich alle Infos bekommen, die mir gefehlt hatten und auch Unterstützung bei der Einrichtung der App, die den Zugang zum Campus, sowie Stundenplan und Noteneinsicht ermöglicht. Mit Englisch kam ich zu diesem Zeitpunkt nicht weit, die generelle Infostelle ist definitiv auf Spanisch ausgelegt. Sobald das International Office wieder geöffnet hatte, lief alles sehr reibungslos ab und Englisch wurde sehr gut gesprochen, auch die Kurswahl lief problemlos, entweder persönlich oder über Microsoft Teams. Was ich etwas vermisst habe, ist eine oder mehrere Onboarding Veranstaltungen um die Kommilitonen und auch andere internationale Studenten kennenzulernen, so wie es sie in Peru gab. Dementsprechend hat man alle erst in den Kursen das erste Mal gesehen und kennengelernt, oder auch erst nach Monaten „neue“ Leute an der Uni getroffen. Der Campus ist groß, grün und schön und es gibt viele Plätze, um Zeit zu verbringen, zu lernen und zu essen. Das ist sehr praktisch für die vielen Gruppenarbeiten, die in so gut wie jedem Fach stattfinden. Auch bei Aufgaben für englischsprachige Kurse wird innerhalb der Gruppen gerne in Spanisch kommuniziert, was natürlich manchmal stressig sein kann, aber auch eine sehr gute Möglichkeit zum Lernen bietet.Die kolumbianischen Studenten sind super offen und freundlich, was es leicht macht Anschluss zu finden. Es gibt verschiedene Optionen, um Essen zu kaufen, auf dem Campus gibt es eine Art Kantine, aber auch Café-artige Buden, die Gebäck und Kuchen verkaufen. Gegenüber der Uni ist eine Mall mit vielen Restaurants und Geschäften. Medellin ist insgesamt ziemlich sicher, solange man weiß wo man hingehen kann und wo nicht. Die Stadt ist ziemlich modern und wirklich schön, aber natürlich sehr laut und lebhaft. Die Lebenshaltungskosten sind geringer als in Deutschland, aber wirklich billig ist es in Medellin nicht mehr, da es die teuerste, aber auch die modernste Stadt in Kolumbien ist. Es gibt eine von der Universität unabhängige Organisation, die Reisen, Partys und Veranstaltungen organisiert und durchführt. Alles läuft über WhatsApp, auch mit den meisten Professoren war dies das Mittel der Wahl, um zu kommunizieren. Die von der Organisation MIEO ausgerichteten Partys und Reisen waren eher auf die internationalen Studenten ausgelegt und waren ein guter Weg, viele Leute kennenzulernen. Für die MIEO-Reisen hatte ich meist keine Zeit, da Anwesenheitspflicht für die Kurse besteht, welche von verschiedenen Professoren verschieden genau genommen wird. Durch ERASMUS gibt es natürlich auch eine andere Ernsthaftigkeit für die Uni als bei anderen Austauschprogrammen. Wenn ich Zeit hatte, habe ich meine Reisen selbst organisiert und bin damit auch sehr zufrieden gewesen. Die Kurse waren mehrheitlich gut organisiert, obwohl die Englischkenntnisse mancher Professoren nicht perfekt waren. Ich hätte mir nach dem Semester eine Möglichkeit gewünscht, anonym Feedback zu den Kursen zu geben, wie es sie in Peru gab. Es gab keine tourismusspezifischen Kurse an der UPB, zumindest keine, die noch nicht voll waren. Die meisten internationalen Studenten haben, wie ich, eine WG über die Firma VICO gefunden. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit meiner Wohnsituation und meinen Mitbewohnerinnen aus Deutschland und der Schweiz. Für die meisten anderen Studenten, die ich getroffen habe, gilt dasselbe. Insgesamt war es eine tolle und sehr lehrreiche Erfahrung für mich, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.