Erfahrungsbericht

Carina R., Leisure and Tourism Management, 6. Semester, Université des Antilles/ Frankreich, Sommersemester 2026 (05.01.2026 – 18.06.2026) 

 

Studieren unter Palmen – aber wie ist das Leben wirklich in der Karibik?

 

Studienplatzsuche und Bewerbung

Durch die Allianz EUNICoast und die International Days erfuhr ich von der Université des Antilles. Mir kam die Möglichkeit, für ein halbes Jahr in der Karibik zu leben und zu studieren und währenddessen mein Französisch zu verbessern, einzigartig vor. Daher bewarb ich mich im Dezember 2024 über die Hochschule Stralsund und bekam 2 Monate später meine Zusage. 

Vorbereitung & Wohnungssuche 

Drei Monate vor Beginn meines Erasmus-Semesters bekam ich die erste Mail mit Informationen, worauf Ende November eine nächste mit Semesterzeiten, Ansprechpartner*innen für die jeweiligen Fakultäten und empfohlenen Unterkünften kam. Da ich sonst keine Antworten auf Wohnungsanfragen bekam, habe ich schlussendlich ein Studio bei einer Familie von den Antillen über die Uni gefunden, wo ich sehr zufrieden war.

Kennenlernen & Eingewöhnen

Die Hälfte der Erasmus-Studierenden auf Guadeloupe kam in der ersten Januarwoche an. Da wir eine WhatsApp-Gruppe hatten, die von dem International Office vor Ort erstellt wurde, konnten wir direkt miteinander kommunizieren und haben die ersten paar Tage alle zusammen am Strand verbracht, uns kennengelernt und eine der wichtigsten Fragen auf Guadeloupe geklärt: wer kauft oder leiht ein Auto, mit wem und wo? Nachdem diese Frage geklärt und auch das Kennenlernen in der Uni gemeinsam mit dem International Office und einer kleinen Campus-Tour vorbei war, fingen auch schon bald die Kurse an; oder zumindest das Suchen nach diesen.

Uni-Alltag – oder auch nicht? 

Das Suchen und Festlegen der Kurse gestaltete sich durchaus als etwas schwieriger. Bei mir wurde es weiterhin schwieriger, weil der Tourismus-Studiengang auf Guadeloupe nur aus zwei Semestern besteht und die Studierenden ein dreimonatiges Praktikum im Sommersemester machen müssen. Eine Kombination aus Fächern verschiedener Studiengänge war laut der Fakultät Wirtschaft nicht möglich. Zusätzlich sind auf Guadeloupe alle Kurse auf Französisch. 

Die Sportkurse sind hingegen wirklich gut und eine tolle Möglichkeit, lokale Studierende kennenzulernen. 

Freizeit und Leben 

Wie bereits oben erwähnt, braucht man auf Guadeloupe auf jeden Fall ein Auto, um die vielen Strände, den Regenwald mit seinen Wasserfällen, Naturschutzgebiete, Kultur und Museen zu entdecken. Die eindrucksvollen Wasserfälle wurden uns überwiegend von Einwohnern der Insel empfohlen oder über die App Rando Guadeloupe vorgeschlagen.

Wir hatten darüber hinaus das Glück, in der Karnevalszeit anzukommen und bei verschiedenen Umzügen zuschauen zu können. 

Surfen und Bachata-Abende durften natürlich auch nicht fehlen und haben nicht selten zum Kennenlernen wieder neuer Menschen geführt! 

Umfeld und Sicherheit

Obwohl ich zunächst davon ausging, dass die Sicherheitslage auf Guadeloupe relativ gut wäre, wurde mir bald von den Einwohnern das Gegenteil gesagt und auch Nachrichten zeigten mir anderes. Ich selber habe jedoch nie schlechte Erfahrungen gemacht und bin der Meinung, dass einem nichts passiert, solange man sich nicht nachts alleine irgendwo aufhält, vor allem in Pointe-à-Pitre, oder mit den falschen Menschen zu tun hat. Dennoch würde ich empfehlen, eher eine Unterkunft in Le Gosier zu wählen.

Fazit 

Trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten in der Uni, habe ich schlussendlich unbeschreibliche sechs Monate gehabt. Ich habe sehr viel Natur gesehen, an Traumstränden gelegen und gesurft und bin bei Wanderungen zu Wasserfällen über mich hinaus gewachsen. Gleichzeitig habe ich eine starke innere Ruhe entwickeln können. Der Umgang und das Leben mit den Einwohnern Guadeloupes hat mir gelehrt, auch in stressigen Momenten entspannt zu bleiben und alles zu nehmen wie es kommt. Weiterhin durfte ich viel über die Kultur und Geschichte Guadeloupes sowie der französischen Antillen lernen und habe mich insgesamt sowohl persönlich als auch professionell weiterentwickelt.