



Erfahrungsbericht
Antonia S., Leisure- and Tourismmanagement, 5. & 6. Semester, Montpellier, Frankreich, Montpellier Business School, Winter- und Sommersemester 2025/2026
Ça marche! – Zwischen den tollsten Orten und mediterraner Lebensfreude und Gelassenheit
Entscheidungsprozess und Bewerbung
Schon zu Beginn des Studiums war mir recht klar, dass ich für mein Erasmus gerne in den Süden möchte. Da ich während meines Abiturs und dann auch an der HOST bereits Französischkurse belegte und immer gerne durch Frankreich gereist bin, zog es mich besonders nach Frankreich. Weil ich gerne in eine Großstadt wollte, die am besten in Südfrankreich ist, kam nur Montpellier in Frage. Die Bewerbung über das MoveOn Portal war ziemlich selbsterklärend und falls man Fragen hatte, hat das International Office immer gerne weitergeholfen.
Vorbereitungen und Wohnungssuche
Nachdem Ende Februar die Zusage von der HOST kam und Ende April dann auch die Email der Montpellier Business School, konnten die Vorbereitungen losgehen. Was vorher unklar war, war, dass man als exchange student an der MBS zuerst einen Sprachtest fürs Englische ablegen musste, weshalb ich dann noch den Toefl Test durchführen musste. Alles Weitere war dann aber total unkompliziert.
Da ich als letzte Studentin von der Partnerschaft mit der MBS profitieren durfte, durfte ich für mein Learning Agreement alle vorgegebenen Kurse belegen, unabhängig davon, ob etwas Ähnliches vorher schon mal an der HOST unterrichtet wurde. Wenn man zwei Semester nach Montpellier geht, landet man direkt im Double Degree Programm und hat somit vorgegebene Kurse und kann kaum wählen, was die Planung aber total erleichtert hat und es dadurch auch keine Probleme mit dem Learning Agreement gab.
Anfang Mai konnte ich dann mit der WG-Suche beginnen, wofür die Uni selbst die Seite LivinFrance empfohlen hatte. Dort musste man zwar eine Vermittlungsgebühr bezahlen, jedoch bekam ich direkt das erste WG-Zimmer, welches ich anfragte. Das Zimmer hatte eine eigene Dusche und Waschbecken, Küche und WC wurden geteilt.
Studium
Da ich an der MBS den International Business Administration Track belegte, waren alle Kurse auf Englisch. Im Unterschied zur HOST gab es deutlich mehr Kurse, die weniger Credits gaben. Somit hatte ich pro Semester meistens 10-12 Kurse, die aber nicht jede Woche alle stattfanden. Die Kurse gehen immer 3 Stunden und es besteht eine Anwesenheitspflicht, die durch einen wechselnden QR-Code jede Stunde überprüft wurde. Außerdem wechselte der Stundenplan wöchentlich, was für mich persönlich aber besser war, dadurch gab es keinen festen langen oder blöden Tag pro Woche.
Der Jahrgang wird aufgeteilt und somit hat man Kurse mir ca. 50 Leuten gehabt. Fast jeder Kurs bestand aus Gruppenarbeiten und Präsentationen, woraus sich auch meistens ein Großteil der Endnote zusammensetzte und es am Ende des Semesters nur selten eine Abschlussprüfung gab. Die Kurse waren insgesamt weniger anspruchsvoll als in Stralsund. Man hatte zwar oft jede Woche eine Präsentation oder Abgabe, aber der Arbeitsaufwand insgesamt war trotzdem total machbar.
Freizeitmöglichkeiten
Montpellier ist eine sehr internationale Studistadt und dadurch sind super viele junge Leute überall. Es gibt insgesamt 3 Erasmus Organisationen, ESN, Erasmus Life und Erasmus Montpellier, die jeden Tag Events, Partys, Trips und Veranstaltungen organisieren. Da meine Kurse erst Ende September starteten, ich aber schon Anfang September anreiste, habe ich dadurch direkt tolle Leute bei den Events kennengelernt und meine Anfangszeit mit der vielen Freizeit total genossen. Die Stadt hat ihren ganz eigenen Charme mit vielen süßen, verwinkelten Gassen, einem schöner Altstadt Kern, ein großer botanischer Garten und natürlich die Nähe zum Mittelmeer und vielen kleinen Buchten.
In meiner Freizeit außerhalb der Uni habe ich die vielen süßen Cafés ausgetestet, bin durch die Gassen geschlendert und war oft am Strand. Ab Spätnachmittag sieht man die Menschen alle draußen in der Sonne sitzen und einen Kaffee oder einen Aperitif trinken. Auch an Bars und Clubs gab es eine große Auswahl, wo wir uns oft mehrfach die Woche zusammen einfanden und die Zeit genossen haben. Durch die vielen Events trifft man Studenten aus vielen verschiedenen Ländern, wobei auch ziemlich viele Deutsche in der Stadt waren. Zu den Franzosen einen Draht aufzubauen, war etwas schwieriger, da in der Uni, sowie bei den meisten Events eigentlich nur internationale Studis waren. Im Alltag konnte man sein Französisch aber doch gelegentlich anwenden und die meisten Franzosen waren auch sehr lieb und geduldig.
Reisen und Trips
An den Wochenenden haben wir oft zusammen Trips unternommen, einerseits in französische Städte wie Toulouse, Lyon, Paris, Bordeuax, Cassis oder in die Calanques zum Wandern, andererseits ließ sich aber auch Zeit finden, internationale Trips zu unternehmen, wodurch ich andere Freunde in ihren Erasmusstädten besuchen konnte. Gerade mit dem FlixBus lässt es sich gut und günstig in viele Städte reisen, aber auch Bahnfahrten sind sehr bezahlbar und für unter 27-jährige gibt es eine Bahncard mit 30% auf alle Züge, wofür man einmalig 50 Euro zahlt, was sich auch sehr gelohnt hat.
Fazit
Ich hatte wirklich die beste Zeit in Montpellier und bin total dankbar für alle neuen Erfahrungen, Erlebnisse und enge Freundschaften, die ich hier schließen durfte. Ich habe mich sehr schnell zuhause gefühlt und keinen einzigen Tag meine Entscheidung hinterfragt. Montpellier hat super viel zu bieten und ich würde es als Erasmusstadt immer weiterempfehlen.
Generell kann ich jedem zukünftigen Erasmusstudi ans Herz legen, so viel wie möglich Ja zu sagen, zu so vielen Events und Veranstaltungen wie möglich zu gehen, selbst wenn man mal müde ist, immer offen für Gespräche mit neuen Menschen aus allen Kulturen zu sein und Uni nicht zu ernst zu nehmen :)