Erfahrungsbericht

Cathérine R., Leisure and Tourism Management, 6. Semester, Zealand Academy of Business and Technologies, Dänemark, Roskilde, Sommersemester 2026

 

Zwischen dänischem Gebäck und engen Freundschaften

 

Entscheidungs- und Bewerbungsprozess 

Während meiner Suche nach dem perfekten Ort für mein Auslandssemester stand für mich schnell fest, dass es nach Dänemark gehen soll. Das Land und die skandinavische, einfache Lebensweise haben mich schon immer fasziniert. Mein Bewerbungsprozess verlief sehr unkompliziert und auch die Kommunikation mit dem International Office in Roskilde war wirklich super. Mitte Oktober wurden uns alle Informationen rund um die ersten Tage, das Studium und das Wohnen in Roskilde mitgeteilt. Das hat mir geholfen, mich schnell und einfach auf das Auslandssemester vorzubereiten.

Unterkunft 

Ich habe nicht weit von der Uni im „ZBC“ gewohnt – einem Studentenhostel, das gleichzeitig eine Ausbildungsstätte und eine Schlachterei ist. Das hört sich zunächst nach einer komischen Kombination an, war aber eine günstige Möglichkeit, dort zu leben. Auch wenn meine Erwartungen an mein Einzelzimmer mit Bad leider überhaupt nicht erfüllt wurden, konnte ich mich gut einleben. Alle Erasmusstudenten haben auf dem gleichen Flur gelebt, wodurch man schnell Anschluss gefunden hat.

Ein großer Pluspunkt: In der Miete war das Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) unter der Woche bereits inkludiert. Nur am Wochenende mussten wir selbst in einer geteilten Küche kochen. Zudem bietet das ZBC ein Fitnessstudio, einen Boxraum und einen Gemeinschaftsraum mit Billardtischen und Tischtennisplatten, die alle kostenfrei genutzt werden können. Es lohnt sich außerdem, für die Zeit in Dänemark Facebook zu nutzen: Dort werden wöchentlich Aktivitäten wie Padel, Bouldern, Bogenschießen, Badminton oder kreative Abende vom ZBC angeboten. Das ZBC hat einige Regeln, an die man sich halten muss. Das war oft sehr einschränkend und zudem waren die Zimmer, in denen wir waren, sehr alt und in keinem guten Zustand. Trotzdem war das Studentenhostel eine günstige Alternative und für ein Semester in Ordnung.

Uni 

Das dänische Universitätssystem unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom deutschen System. Die Dozierenden und Professoren spricht man grundsätzlich mit dem Vornamen an und es herrscht eine sehr lockere, angenehme Lernatmosphäre. Die Module werden im Semester flexibel aufgeteilt. Ich hatte durch die Kursaufteilung in der ersten Hälfte meines Auslandssemesters sehr viel Freizeit, dafür am Ende ein wenig mehr Uni. Das hatte tatsächlich nicht nur Vorteile – ich persönlich hätte mir vor allem am Anfang etwas mehr Struktur gewünscht. Der Vorteil war wiederum, dass wir in der ersten Zeit viel reisen und Kopenhagen erkunden konnten. Die Prüfungsleistungen bestehen meist aus einer Hausarbeit und aus mündlichen Prüfungen. Hier wird eher auf das echte Verstehen von Themen gesetzt, statt strikt auswendig zu lernen, was mir sehr gefallen hat. Trotzdem habe ich leider nicht viel Neues gelernt, da die Kurse fast dieselben, wie in Stralsund waren.

Studentenleben 

Da Roskilde eine recht kleine Stadt ist, leben die meisten dänischen Studierenden in Kopenhagen oder in den umliegenden Dörfern. Das lokale Freizeitangebot und das studentische Nachtleben vor Ort waren deshalb überschaubar. Jedoch waren wir eine große Erasmusgruppe, die sich super verstanden und extrem viel unternommen hat. Ob Billard oder Karten spielen, Ausflüge an den nahegelegenen See oder Trips nach Kopenhagen – wir haben immer viel geplant. Wer sich nach noch mehr Aktivitäten sehnt, dem kann ich das ESN Copenhagen (Erasmus Student Network) empfehlen, das wöchentlich Events organisiert.

Kopenhagen 

Mein persönliches Highlight war die dänische Hauptstadt. Sie überzeugt nicht nur durch wunderschöne Architektur, sondern auch durch ihre lebensfrohen Menschen und zahlreichen Events. Vor allem im Sommer kann man dort unglaublich viel erleben – und wer Kaffee liebt, ist hier genau richtig. Meine liebsten Viertel waren Frederiksberg und Nørrebro. Es gibt dort unzählige Secondhandläden, spannende Museen, leckeren Kaffee und extrem gutes Frühstück (wie das klassische BMO – Brötchen mit Käse). Diese Stadt hat für junge Leute unglaublich viel zu bieten und ist jede Bahnfahrt (ca. 25 Minuten von Roskilde) wert.

Fazit 

Mein Auslandssemester hat mich nicht nur sprachlich und kulturell weiterentwickelt, sondern vor allem auch persönlich. Ich habe tolle Freundschaften aus vielen Teilen der Welt geschlossen, mit denen ich noch immer in engem Kontakt stehe. Ich bin unglaublich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Roskilde als Ort und auch die Universität haben mich trotzdem nicht umgehauen. Auch wenn ich eine gute Zeit dort hatte, vor allem durch die tollen Menschen, würde ich die kleine Stadt nicht unbedingt empfehlen.

Tipps: 

Mobilität vor Ort: Lade dir unbedingt die DSB-App und die RejsebilletApp herunter. Hier findet man oft günstige Tickets nach und innerhalb Kopenhagens. 
• Wenn die Möglichkeit besteht, bring unbedingt ein eigenes Fahrrad mit oder miete dir vor Ort eins. Man ist dadurch superflexibel und die Fahrradinfrastruktur ist fantastisch ausgebaut. 
Hotspots in Roskilde: Sct. Hans Have, Café Satchmo, Kaffekilden und das Kreativviertel Musicon. 
Hotspots in Kopenhagen: Lidkøb (Secondhandladen), JOJOs Bar, La Banchina (Café/Sauna am Wasser), Gasoline Grill (die besten Burger!) und ÅBEN (Brauerei/Bar).