Praktikum

Erfahrungsbericht

Anna H., Leisure and Tourism Management, Graduiertenprakikum, Schweden, Stockholm, Sommersemester 2026

Schon zu Beginn meines Leisure & Tourism Management Studiums an der Hochschule Stralsund, wusste ich, dass ich in den kommenden Jahren einmal gerne in Schweden leben möchte. Entweder als Teil meines Studiums oder um den schwedischen Arbeitsmarkt im Bereich Tourismus kennenzulernen. Nach meiner Bachelorarbeit war es für mich der nächste logische Schritt, mir nordischen Tourismus in der Praxis anzuschauen. Da ich aufgrund von einschlägiger Berufserfahrung während meines Studiums kein Pflichtpraktikum absolvieren musste, habe ich mich dazu entschlossen dies freiwillig nach meiner Bachelorarbeit nachzuholen. Um so mehr habe ich mich deswegen darüber gefreut, dass die HOST mich bei meiner freiwilligen Tätigkeit so unterstützt hat und mir eine Erasmus Förderung am Ende meines Studienzyklus ermöglicht hat.

Mein Praktikumsbetrieb

Mein Praktikum absolvierte ich bei XperienceSthlm, einem jungen Start-up im Herzen von Stockholm, welches individualisierte und bildungsbezogene Touren in und um Stockholm anbietet. Diese Touren richten sich vorallem an Tourist*innen, die daran interessiert sind, Stockholm abseits der klassischen touristischen Pfade kennenzulernen. Meinen Prakikumsplatz habe ich tatsächlich durch einen Zufall erhalten: Ich war ein Jahr vorher bereits in Stockholm im Urlaub und habe meine jetzige Chefin in einem Souvenirladen kennengelernt. Daraus hat sich dann das Praktikum ergeben. Generell funktioniert in Schweden viel über persönliche Beziehungen und weniger über klassische Bewerbungen. Die Arbeit bei XperienceSthlm war sehr von gegenseitigem Vertrauen geprägt und extrem gut strukturiert. Es wurden zusammen eigene Arbeitsbereiche festgelegt und es gab auch die Möglichkeit eigene Projekte umzusetzen. Ich durfte an jeder Tour teilnehmen, sowie aktiv Vorschläge einbringen und umsetzen. Alles, was ich erarbeitet habe, hatte einen direkten Mehrwert für das Unternehmen und ich habe mich immer sehr wohl und ernstgenommen gefühlt.

Organisatorisches

Meinen Antrag auf Förderung durch Erasmus habe ich über ein halbes Jahr vorher im International Office eingereicht, was auch absolut sinnvoll war. Es ist hier wirklich wichtig Deadlines im Blick zu haben und sich frühzeitig zu kümmern, besonders wenn es sich um ein unbezahltes Praktikum handelt und Förderung essentiell ist. Nach meinem Aufenthalt in Neuseeland war ich, aber an das hohe Kostenniveau im Ausland gewöhnt. Bei der Suche nach einer Unterkunft in Stockholm, kann ich nur empfehlen sich an die offiziellen Websiten zu halten, denn es gibt hier viele Scams. Ich habe in einer WG gewohnt, deren Zimmer privat über Airbnb vermietet werden und das war mit Abstand die einfachste und sicherste Option. Ich kann hier empfehlen, den/die Vermieter*in im vorhinein auf schwedisch zu kontaktieren und die Konditionen privat zu vereinbaren. Viele Schweden*innen sind supernett und vermieten gerne auch günstiger, wenn es ein über einen längeren Zeitraum ist. Hier lohnt es sich vor allem auch in den äußeren Stadtbezirken zu schauen. 

Alltag in Stockholm

Stockholm ist eine wahnsinnig vielseitige Hauptstadt, die sich oft nicht wirklich anfühlt wie eine Großstadt. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind perfekt ausgebaut und mit einer SL-Karte kann man sogar die Boote nutzen, die raus in die Ostsee fahren. Der direkte Zugang zur Natur ist eine tolle Abwechslung zum Büroalltag. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Museen, Parks, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten, wo für jeden etwas dabei ist. Stockholm ist teuer, aber es gibt auch viele kostengünstige Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Hier lohnt es sich die Websiten der jeweiligen Aktivität direkt zu checken. Ich hatte zu Beginn meines Praktikums noch die Vision, dass ich unbedingt mein Schwedisch verbessern möchte, das habe ich aber nach kurzer Zeit erstmal pausiert. Meine Arbeitssprache war Englisch und die Schweden*innen sprechen alle sehr gutes Englisch (sogar die älteren Leute). Außerdem ist es oft auch schwer, das eigene Schwedisch in einer richtigen Konversation flüssig anzuwenden. Jedoch kann ich empfehlen, es in einfachen Alltagssituationen weiterhin zu probieren.

Fazit

Für mich war mein Praktikum in Stockholm nicht ein weiterer Punkt auf einer To-Do Liste, den ich abhaken wollte, sondern ein wichtiger strategischer Schritt in meiner professionellen Entwicklung. Ich kann nur empfehlen sich bewußt Ziele vor dem Praktikum zu setzen und diese auch zu verfolgen, sei es z.B. in Bezug auf Networking oder Arbeitsbereiche, die man sich anschauen möchte. Es lohnt sich auch ein Praktikum bei einem kleineren Unternehmen in Betracht zu ziehen, da dort vieles deutlich flexibler und individueller gestaltet werden kann (z.B. Arbeitszeiten, Homeoffice, Urlaub etc.). Auch die schwedische Arbeitskultur hat mich überzeugt, da diese doch sehr konträr zur deutschen ist. 

Ich kann ein Auslandspraktikum (vor allem in Schweden) wirklich jedem empfehlen!