






Praktikum
Fritz Egger GmbH und Co. OG
Julia G., Leisure and Tourism Management, 7. Fachsemester, Österreich, St. Johann , Wintersemester 25/26
Zwischen Alpenpanorama und Projektarbeit – mein Erasmus-Praktikum in Tirol
Praktikumssuche & Bewerbungsprozess
Die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz für meinen Auslandsaufenthalt begann frühzeitig, etwa ein Jahr vor Praktikumsbeginn im Oktober 2024. Durch eine E-Mail von Frau Christiansen wurde ich zunächst auf ein Praktikum bei einem Outdoor-Tourism-Unternehmen in Österreich aufmerksam. Dort bewarb ich mich auch, allerdings stellte sich schnell heraus, dass das Praktikum nur im Sommersemester möglich gewesen wäre, während ich mich zu diesem Zeitpunkt noch im Auslandssemester befunden hätte.
Österreich ließ mich jedoch nicht mehr los, sodass ich online weiter nach Praktikumsmöglichkeiten suchte. Besonders interessierte mich der Bereich Outdoor Tourism, der im Wintersemester jedoch schwer umzusetzen war. Während meiner Recherche stieß ich schließlich auf EGGER – ein international tätiges Unternehmen der Holzverarbeitung, das ein Praktikum im Bereich Corporate Travel and Mobility Management anbot.
Die Stelle passte gut zu meinem Studium, da ich praktische Einblicke in ein international tätiges Unternehmen gewinnen wollte. Der Bewerbungsprozess verlief transparent und professionell: Nach dem Einreichen meiner Unterlagen folgte ein digitales Vorstellungsgespräch sowie weitere Abstimmungen zum Aufgabenbereich und zum Zeitraum des Praktikums.
Vorbereitung
Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt war etwas aufwändiger als bei einem klassischen Auslandssemester, da es sich um ein vergütetes Praktikum handelte. So musste ich beispielsweise einen Nebenwohnsitz anmelden und zur Einwanderungsbehörde gehen – auch als EU-Bürgerin. Außerdem musste ich Strom und WLAN selbst anmelden, da meine Unterkunft diese Leistungen nicht beinhaltete.
Ich kann nur empfehlen, sich frühzeitig online zu informieren, beispielsweise auf den Webseiten der zuständigen Behörden, bei Vermieter*innen oder beim Praktikumsunternehmen. Alle Ansprechpartner waren sehr hilfsbereit und unterstützend. Für das Erasmus-Stipendium mussten außerdem der unterschriebene Vertrag sowie das Learning Agreement beim International Office eingereicht werden.
Wohnungssuche & Unterkunft
Die Suche nach einer Unterkunft in Tirol erwies sich als eine der größten Herausforderungen. Insgesamt suchte ich etwa drei Monate nach einer möblierten Wohnung zur Kurzzeitmiete. Mit etwas Glück fand ich schließlich eine passende Wohnung über die Plattform Willhaben, die ich für Österreich sehr empfehlen kann.
Generell lohnt es sich auch, das Praktikumsunternehmen nach Tipps oder Kontakten zu fragen. Die Mietpreise in Tirol sind hoch, weshalb die finanzielle Unterstützung durch Erasmus sehr hilfreich war. Auch Lebensmittel sind dort spürbar teurer als in Deutschland.
Praktikum & Arbeit
Mein Praktikum absolvierte ich im Bereich Corporate Travel and Mobility Management bei EGGER. Dort unterstützte ich ein Projekt zur Optimierung und Weiterentwicklung des internen Reisebuchungstools. Besonders spannend fand ich die internationale Ausrichtung des Projekts, da EGGER weltweit tätig ist.
Meine Aufgaben waren vielfältig und reichten von der Teilnahme an Projektmeetings und deren Nachbereitung bis hin zu Reisebuchungen und der Vorbereitung gruppenweiter Kommunikation. Dadurch erhielt ich wertvolle Einblicke in Corporate Travel Management sowie in Projektarbeit innerhalb eines großen Unternehmens.
Von Beginn an wurde ich sehr gut ins Team integriert und durfte eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen. Die Arbeitsatmosphäre war offen und unterstützend, sodass ich mich schnell wohlgefühlt habe.
Alltag, Kultur & Umfeld
Das Leben in Tirol hat mir sehr gut gefallen. Besonders im September und Oktober konnte ich noch einen wunderschönen Spätsommer erleben. Spaziergänge oder Wanderungen zwischen Bergen und Natur sind dort wirklich beeindruckend.
Die österreichische Kultur ist der deutschen zwar ähnlich, dennoch gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Dialekt oder in regionalen Traditionen. Insgesamt habe ich die Menschen als sehr offen, hilfsbereit und naturverbunden erlebt.
Freizeit
In meiner Freizeit nutzte ich die vielfältigen Möglichkeiten der Region. Wandern, Skifahren oder Ausflüge in Städte wie Innsbruck sowie nach Südtirol boten einen tollen Ausgleich zur Arbeit.
Besonders schön fand ich, dass es bei EGGER viele Praktikant*innen gab. Allein im HR-Team waren wir fünf Praktikantinnen, sodass wir uns regelmäßig austauschen konnten. Am Wochenende haben wir häufig gemeinsam Ausflüge unternommen und die Region erkundet.
Sprache
Die Arbeitssprache im Unternehmen war Deutsch und Englisch. In meiner Abteilung hatten einige Kolleg*innen Englisch als Muttersprache, darunter auch meine Führungskraft. Durch die internationale Zusammenarbeit mit verschiedenen Standorten wurde Englisch daher häufig genutzt.
Der österreichische Dialekt war anfangs etwas ungewohnt, aber nach kurzer Zeit hatte ich mich gut daran gewöhnt.
Fazit
Mein Erasmus-Praktikum bei EGGER in St. Johann in Tirol war sowohl fachlich als auch persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich konnte nicht nur praktische Einblicke in ein international tätiges Unternehmen gewinnen, sondern auch meine Selbstständigkeit und interkulturellen Kompetenzen weiterentwickeln. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, das Leben in Tirol und die beeindruckende Natur der Region kennenzulernen.
Ich würde einen solchen Auslandsaufenthalt jederzeit weiterempfehlen.
Tipps & Tricks
Frühzeitig mit der Praktikums- und Wohnungssuche beginnen
Offen auf neue Aufgaben und Menschen zugehen
Freizeitmöglichkeiten der Region nutzen
Netzwerke im Unternehmen aktiv aufbauen