Praktikum

Praktikum

Outdoorplanet Schuchter Touristik GmbH & Co. KG

Junia G., Leisure and Tourism Management, 6. Fachsemester, Österreich, Tirol , Sommersemester 2025 

Mein Praktikum in einem Familienunternehmen – eine gute Wahl?

Vor meinem Praktikum stellte ich mir die Frage, ob ich mich bei einem großen Konzern oder doch bei einem kleinen Unternehmen bewerben sollte. Meine Entscheidung fiel schließlich auf ein Familienunternehmen – in der Hoffnung auf mehr Verantwortung, eine familiäre Atmosphäre und vielfältige Tätigkeiten. Im April 2025 begann ich daher mein Praktikum bei Outdoorplanet in Österreich. 

In diesem kurzen Bericht über meine sechs Monate im Ausland geht es um meinen Bewerbungsprozess und die nötigen Vorbereitungen, meine Freizeit in Österreich sowie natürlich um das Praktikum selbst – verbunden mit der Frage, ob es für mich eine gute Wahl war oder ob ich mir rückblickend ein anderes Praktikum gewünscht hätte. 

Bewerbungsprozess & Vorbereitung 

Meine Bewerbungsphase verlief sehr kurz und unkompliziert. Vorab machte ich mir Gedanken darüber, was ich während meines Praktikums erleben und lernen möchte. Neben der bereits genannten Verantwortung und den vielfältigen Aufgaben wollte ich nach einem bereits drei Jahre andauernden Tourismusstudium endlich erstmals praktisch in der Tourismusbranche tätig werden. Ideal wäre das Praktikum für mich, wenn es im Ausland stattfinden würde und die Idee sowie Ausrichtung des Unternehmens zu meinen Interessen passen würden. 

Im Februar 2025 schaute ich im Rahmen meiner Recherche auch in die Praktikumsangebote, die unsere Praktikumsbeauftragte regelmäßig per E-Mail versendet. Darüber stieß ich auf die Stellenanzeige von Outdoorplanet und bewarb mich direkt im Anschluss. Etwa eine Woche später hatte ich ein Gespräch und erhielt eine direkte Zusage. 

Von diesem Zeitpunkt an blieben mir noch etwa eineinhalb Monate bis zu meinem Umzug nach Tirol. Auch die Vorbereitungen verliefen reibungslos. Die geschäftsführenden Personen hatten mir bereits vorab ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zu einem fairen Preis zugesichert. Nach meiner Ankunft im April unterschrieb ich den Mietvertrag und meldete meinen Zweitwohnsitz für die kommenden Monate an. 

Zur Wohnung selbst: Ich lebte dort gemeinsam mit einem Tourguide. Die Wohnung befindet sich in Imst, etwa fünfzehn Kilometer vom Office entfernt. In diesem Zusammenhang war es ein großer Vorteil, ein Auto zur Verfügung zu haben. Ohne Auto hätte man mit Fahrrad und Bahn eine Fahrzeit von über einer Stunde einplanen müssen. 

Das Unternehmen und mein Praktikum

Die Outdoorplanet Schuchter Touristik GmbH & Co. KG ist ein Anbieter für Outdooraktivitäten in den Bergen und führt diese Touren selbst durch. Zu den Hauptaktivitäten zählen Rafting und Canyoning, für bestimmte Gruppen oder Familien werden zudem Höhlentouren und Klettersteige angeboten. 

Das Unternehmen arbeitet saisonal und bietet die Touren von Mai bis Oktober an beiden Standorten an. Neben der Station in Haiming in Tirol gibt es eine weitere Base in Brentino am Gardasee in Italien. Das Praktikum ist jedoch ausschließlich in Österreich möglich, da sich dort das Management befindet und von dort aus beide Standorte verwaltet werden. 

Innerhalb des Teams wurde überwiegend Deutsch gesprochen. Eine Ausnahme bildeten Gespräche mit Tourguides, die ausschließlich Englisch sprachen. Auch im Kontakt mit den Gästen, sowohl telefonisch, persönlich als auch per E-Mail, wurde regelmäßig zwischen Deutsch und Englisch gewechselt, da die Besucherinnen und Besucher aus unterschiedlichsten Ländern anreisten. 

Meine Aufgaben waren tatsächlich sehr vielseitig. Gemeinsam mit dem kleinen Management-Team, bestehend aus vier Personen, war ich für die Bearbeitung von Angeboten, Buchungen und Kundenanfragen per E-Mail und Telefon zuständig. 

Darüber hinaus waren wir für die tägliche Organisation und Verwaltung des Standorts Tirol verantwortlich. Dazu zählten unter anderem der Auf- und Abbau, die Begrüßung und Einweisung der Gäste sowie die Transfers zu den jeweiligen Aktivitäten. Außerdem betreuten wir die Social-Media Kanäle und konnten selbst Ideen zur Verbesserung interner Abläufe einbringen. 

Aufgrund des kleinen Teams wurde den anderen beiden Praktikantinnen und mir bereits nach kurzer Zeit viel Verantwortung übertragen. Nach der Einarbeitungsphase konnten wir viele Aufgaben selbstständig übernehmen und den Standort eigenständig mitverwalten. 

Ab dem zweiten Monat meines Praktikums empfand ich meine Aufgaben trotz der hohen Verantwortung jedoch zunehmend als repetitiv. Nach der Einarbeitung in den ersten Wochen konnte ich nur noch wenige neue Inhalte lernen, da mir bereits alle wesentlichen Abläufe erklärt worden waren. 

Mein Leben in den Alpen

Ich hatte schon mein Leben lang eine besondere Neigung zu Österreich und den Alpen und würde lügen, wenn der Standort des Unternehmens meine Entscheidung nicht beeinflusst hätte. 

Auch während der Monate vor Ort wurde ich nicht enttäuscht. Es gab unzählige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, die Menschen waren sehr aufgeschlossen und auch mit dem Dialekt kam man schnell zurecht. 

In meiner Freizeit hatte ich die Möglichkeit, an allen angebotenen Touren von Outdoorplanet teilzunehmen. Ich habe sämtliche Rafting-Touren ausprobiert und dabei besonders großen Gefallen am Canyoning gefunden. 

Gemeinsam mit den anderen Kolleginnen aus dem Office ging ich klettern, probierte verschiedene Klettersteige aus und wanderte zu mehreren Bergseen. Nach Feierabend saß man häufig mit Kolleginnen und Kollegen zusammen oder besuchte Events in der näheren Umgebung. 

Mein persönliches Highlight zum Abschluss des Praktikums war eine Reise zur Base am Gardasee. Dort konnten wir nochmals mehrere Canyoning-Touren erleben und im Guide-Haus übernachten. 

Eine gute Wahl? – Mein Fazit

Wie sich aus meinem Bericht vermutlich bereits erkennen lässt, war ein Praktikum in einem kleinen Unternehmen für mich eine sehr gute Wahl. Alle Vorstellungen, die ich vor Beginn des Praktikums hatte, wurden erfüllt: Ich übernahm viel Verantwortung, hatte vielfältige Aufgaben und stand im Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Darüber hinaus konnte ich meine Fremdsprachenkenntnisse verbessern, hatte Einfluss auf tägliche Arbeitsprozesse und war durch die bezahlbare Unterkunft sowie das monatliche Gehalt finanziell gut abgesichert. 

Aufgrund meines persönlichen Interesses an den Alpen, an Outdooraktivitäten und nicht zuletzt dank des großartigen Teams war dieses Praktikum für mich eine sehr bereichernde Erfahrung. Fehlt jedoch die Freude an der Arbeit mit Menschen, das Interesse an alpinen Aktivitäten oder der Wunsch, mehrere Unternehmensbereiche kennenzulernen, wäre ein solches Praktikum vermutlich nicht die richtige Wahl. 

Falls jemand Fragen über das Praktikum haben sollte, kann ich sie gerne per E-Mail beantworten: junia.j.gaetjens@hochschule-stralsund.de