








Erfahrungsbericht
Johanna N., Tourism Development Strategies, Dublin, Irland, Abbey Group (Abbey Tours Ltd.), Graduiertenpraktikum nach dem Masterabschluss
Wie die grüne Insel mein Leben veränderte
Ich hatte sehr viel Glück mein Praktikum in einem wunderschönen Land machen zu können: Irland. Dublin ist eine tolle Stadt für alle Menschen, die gerne international arbeiten wollen. Hier finden sich verschiedenste Nationalitäten zusammen und man merkt schnell, es funktioniert einfach, weil nämlich alle zusammenarbeiten. Hier kann jeder von jedem lernen und man bekommt mal wieder einen Blick darauf, wie glücklich wir uns schätzen können in der Europäischen Union zu leben. Ich finde es ist ein klarer Vorteil, wenn verschiedenste Sprachen und Kulturen zusammenarbeiten und genau das konnte ich in meinem Praktikum hier spüren. Jede Sprache wird genutzt, man spricht viel über seine Heimat und verschiedenste Eigenheiten und Traditionen, die jeder und jede Einzelne mitbringt. Ein ganz bunter Mix und niemand fühlt sich wirklich alleine, alle sitzen im gleichen Boot und alle freuen sich darauf neue Bekanntschaften und Erfahrungen zu sammeln.
Ich wusste bereits relativ früh (über ein Jahr vor Praktikumsstart), dass ich gerne ein Graduiertenpraktikum in Irland machen möchte. Durch einen früheren Nebenjob kannte ich bereits einige DMC’s in Irland und durch die Hochschule hatte ich die Möglichkeit im März 2025 an der ITB teilzunehmen. Dort habe ich mich dann in dem Irland-Bereich etwas umgeschaut und mit den verschiedenen Vertretern gesprochen, um herauszufinden, welche Firmen überhaupt Praktika anbieten. Schließlich bin ich auf die Abbey Group gestoßen, wo mir nach einem sehr netten Gespräch eine Visitenkarte gegeben wurde, mit dem Angebot, dass ich meine Bewerbungsunterlagen und meine Daten schicken kann. Ich hatte direkt einen sehr positiven Eindruck von der Firma und den Mitarbeitern und habe einige Tage nach der ITB meine Unterlagen an die Abbey Group geschickt. Die Mitarbeiterin hat meine Mail dann an Human Resources weitergeleitet wo mir mitgeteilt wurde, dass ich mich gerne im August/September nochmal melden soll, da sie dann genauere Infos für die Praktika 2026 geben können.
Gesagt, getan: August 2025 und ich schrieb eine weitere E-Mail an das HR-Department von der Abbey Group mit meinen Bewerbungsunterlagen. Daraufhin bekam ich die offenen Praktikumsstellen zugesendet und entschied mich für Human Resources. Es folgte ein erfolgreiches Jobinterview und ein unterschriebener Praktikumsvertrag.
Danach begann die nächste Herausforderung: eine Unterkunft in Dublin. Ich war vorher bereits einmal in der Stadt für einen Urlaub, kannte also schon ein paar Ecken und wusste, dass der Wohnungsmarkt in der Stadt nicht für schwache Nerven ist. Nicht nur ist das Angebot sehr gering, auch die Preise sind extrem hoch.
Die Abbey Group ist fantastisch vorbereitet und sendet jedem Praktikanten ein Dokument mit Infos über die verschiedenen Stadtteile und Plattformen als Unterstützung zur Wohnungssuche. Schlussendlich habe ich mich für Hosting Power entschieden. Dort werden vor allem Zimmer angeboten, bei denen man mit den Vermietern wohnt und man muss eine Servicegebühr zahlen, die relativ hoch ist. Das schützt selbstverständlich nicht vor Betrugsmaschen, aber ich habe mich mit der Option am sichersten gefühlt. Am Ende habe ich ein tolles Zimmer in Dublin 8 gefunden, 25 Minuten entfernt von der Arbeit. Abbey Group ist relativ zentral gelegen und so kann man nach der Arbeit immer noch etwas im Zentrum erledigen oder unternehmen. Die Arbeitszeit von 9.00 – 17.30 (inklusive einer Stunde Mittagspause) schränkt einen am Abend etwas ein, da es schon etwas später ist, aber gerade im Sommer ist es so lange hell, dass sich auch Unternehmungen nach der Arbeit lohnen. Die Arbeit selbst hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich konnte sehr viel lernen, eigene Aufgaben selbstständig abarbeiten und habe mich wirklich jeden morgen gefreut zur Arbeit zu gehen. Ich war vollständig für den Bewerbungszyklus der Praktikanten verantwortlich und hatte dadurch auch über viele andere Arbeitsbereiche einen guten Überblick. Man muss in dem Bereich definitiv eine People Person sein und ich habe es sehr genossen mit den verschiedenen Menschen und Kulturen zusammenzuarbeiten, um den perfekten Kandidaten für einen Bereich zu finden. Dort habe ich gelernt auch meine Grenzen mit Managern zu kommunizieren und dass Empathie in vielen Bereichen nicht nur schön, sondern notwendig ist.
Dadurch, dass ich fußläufig gewohnt habe, waren meine Wege sehr planbar. Die öffentlichen Verkehrsmittel (Busse, Luas und DART) sind zum Großteil zuverlässig, können aber gerade während der Stoßzeiten sehr voll und auch verspätet sein. Am wichtigsten für alle unter 26: beantragt euch eine Young Adult Leap Card, damit bezahlt ihr für alle öffentlichen Verkehrsmittel nur die Hälfte.
Sprachlich und kulturell hat Irland meiner Meinung nach sehr viel zu bieten, die Iren sind sehr offen und man kann schnell ins Gespräch kommen. Dadurch dass Englisch gesprochen wird, habe ich mich sehr wohl gefühlt und musste mir wegen der Sprache keine großen Gedanken machen. Und wenn man mal etwas nicht versteht (einige Dialekte aus einigen Regionen können sehr stark sein) einfach nachfragen, lächeln und weiter geht’s. Die Iren haben eine sehr entspannte Einstellung und lassen sich nicht schnell stressen, was ich sehr angenehm fand. Dublin als Hauptstadt hat ebenfalls viel zu bieten, und man kann alles erleben, wofür Touristen nach Irland kommen, während man aber den Komfort des eigenen Zimmers hat, und am Ende hat man das Gefühl man gehört genauso in die Stadt wie alle anderen. Die Pubs gehören auf jeden Fall im Alltag dazu und sind nicht nur ein Ort, um ein Guinness zu trinken, sondern ein Ort, um sich auszutauschen, Trad Music zu hören und einfach Spaß zu haben. Ein weiterer Ort, der für mich im Alltag dazugehört hat, war der Phoenix Park. Ja, dort kann man die Rehe sehen (bitte nicht füttern), aber der Phoenix Park bietet einen Ort, der sich vollkommen ländlich anfühlt. Egal ob man gerne laufen, spazieren gehen oder ein Picknick machen möchte, das ist der perfekte Ort.
Alles in allem erkennt man an diesem Bericht glaube ich ganz gut, wie sehr ich dieses Land und diese Stadt lieben gelernt habe. Die Arbeit hat mich herausgefordert und mich zu einem besseren Menschen gemacht, ohne dass ich mich je alleine gelassen gefühlt habe. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich auf jeden Fall wieder in Irland leben und arbeiten (auch sehr gerne wieder bei der Abbey Group). Damit will ich nicht sagen, dass Irland, Dublin oder Abbey Group perfekt ist (andere Menschen haben mit Sicherheit andere Erfahrungen gemacht), aber für mich war es die beste Entscheidung und ich würde es genauso wieder machen.