Nach 25 Jahren zurück an die HOST

Fünf Absolventen berichten, wie ihr Studium sie bereichert hat und geben Studierenden Insights aus der Praxis zwischen Schwerin, München und Liechtenstein

 

 

Fünf Männer sitzen in einem Hörsaal: Stefan Vollhand (v.l.), Heiko Schröder, Ronald Siedel, Birger Hinte und Rayk Henkelmann
Zurück an der Hochschule: Stefan Vollhand(v.l.), Heiko Schröder, Ronald Siedel, Birger Hinte und Rayk Henkelmann

Jedes Jahr schwelgen sie gemeinsam in Erinnerungen, dieses Jahr – 25 Jahre nach ihrem Abschluss an der Hochschule Stralsund – haben sie das im Hörsaal getan – vor Publikum und mit handfesten Hinweisen für die Studierenden aus Absolventen-Sicht. 

Stefan Vollhand, Birger Hinte, Rayk Henkelmann, Heiko Schröder und Ronald Siedel haben alle an der Hoch- beziehungsweise damaligen Fachhochschule Stralsund Elektrotechnik studiert – ET97WS. Ihre Professor*innen sind teilweise schon länger im Ruhestand, teilweise der HOST bis heute verbunden wie Prof. Dr. Thomas Luschtinetz. Sie haben die Freunde geprägt, die sich in persönlichen Einblicken an die Aha-Momente in den Vorlesungen oder auch an Feiern in Haus 8 erinnerten, erklärten, wie ihre Karrieren verliefen und was aus dem Studium ihnen nachhaltig etwas gebracht hat. „Wir freuen uns sehr, sie begrüßen zu dürfen, hier, wo ein so wichtiger Abschnitt ihres Berufslebens begonnen hat“, würdigte Prof. Dr. Birgit Steffenhagen, Dekanin der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik am 15. Januar im Hörsaal in Haus 5 den Besuch der Absolventen. 

Rayk Henkelmann 

… hatte seine Diplomarbeit Richtung Automotive geschrieben. Danach hat er sich in München „fünf Mal beworben und sieben Zusagen erhalten“. Seine Anstellung erfüllte ihn, führte ihn auf viele Reisen rund um die Welt und zu einem dreijährigen Einsatz – mit Familie – nach Shanghai, wo er ein 15-köpfiges Team leitete. Aus privaten Gründen orientierte er sich um: Heute ist er selbstständig, Firmenchef der HIB-Henkelmann Ingenieur Büro GmbH in Unterschleissheim (Bayern), erfolgreich und glücklich. Quintessenz seines Vortrages: Die Möglichkeiten zu sehen, die ein erfolgreicher Studienabschluss bietet und das eigene Potenzial auszuschöpfen. „Ihr seid die technische Sperrspitze Deutschlands.“

 

Birger Hinte

… kam an die HOST nachdem er bei der Deutschen Bahn Energie-Elektroniker gelernt hatte, spezialisierte sich auf Automatisierungstechnik und blieb nach dem Abschluss noch bei Prof. Dr. Bernd Büchau im Drittmittel-finanzierten Projekt „Control-Net“ zum E-Learning. Auf dem Arbeitsmarkt hatte auch er keinen schweren Start, reiste beruflich durch Europa. Zu Gunsten von Frau und zwei Söhnen schlug er Wurzeln bei der TennetTSO GmbH, die sich dem Anschluss von Wind- und Offshore-Anlagen widmet. Er betreut das Leitsystem als Functional Application Manager. „Wir sind an der Energiewende.“ Seine Botschaft – nebst der Ganzheitlichkeit des Lebens mit Beruf und Familie: „So wie es heute ist, muss es nicht bleiben. Veränderung ist nicht schlecht, sondern hat meist etwas Gutes.“

 

Stefan Vollhand 

… hat sein Glück in Liechtenstein gefunden. Dort stieg er bei den Liechtensteiner Kraftwerken (LKW) vom Praktikanten zum Bereichsleiter auf mit Zuständigkeit für Netzbetriebsführung, Kraftwerke und Metering. Ansinnen: CO2-neutrale Energiebeschaffung. Sein Learning und Ratschlag: „Stellen Sie nie die Fragen im Studium: Brauche ich das? – Denn, ja, Sie brauchen das, vielleicht nicht immer den Inhalt aber die Idee!“ Ein Professor habe damals im Studium gesagt – zehn Prozent, oder weniger, brauche es aus dem Studienstoff im späteren Leben, aber was man wirklich lerne, sei mit jedem Erlernten, wie man mit Herausforderungen um- und wie man an Themen herangeht. „Machen Sie Dinge, für die Sie brennen!“

 

Ronald Siedel 

… hat das getan. Nachdem er von 2001 bis 2022 als Entwicklungs-Ingenieur Software-Entwicklung Antriebsstrang-Steuerung bei der IAV GmbH in Berlin tätig war, China, Japan, Frankreich bereiste, wollte er sich nochmal umorientieren und wechselte zu einem versierten Start-up, Clean Logistics Hamburg, als Chief Eng. Test und Diagnose – leider nur für ein Jahr, dann ging es dem Unternehmen weniger gut und er stand erstmals vor einer Kalt-Akquise in seiner Vita, die er aber schnell bewältigte und heute bei der Tesvolt AG (Lutherstadt Wittenberg) arbeitet als Leiter für die gesamte Entwicklung. Was die dort machen? – Zum Beispiel die Dieselmotoren zur Versorgung von Lachsfarmen in Norwegen optimieren. Sein Ratschlag liegt wohl auf der Hand: Weitermachen und sich auf sein Können und seinen Innovationsgeist zu verlassen. 

 

Heiko Schröder

… ist heute bei der WEMAG, Ingenieur- für Betriebs- und Sondertechnik. Er setzte die Vorstellung zwar aus, unterstützte aber seine Kommilitonen vor Ort. 

Deren Ziel: „Wir wollen ein bisschen zurückgeben“, erklärte Rayk Henkelmann die Motivation an der HOST zu sprechen, „aus der Praxis erzählen und netzwerken“. Im Anschluss an die Vorlesungen machten sie sich mit HOST-Mitarbeiter Martin Bitter zum Campus-Rundgang auf und schauten sich an, wie die HOST sich in 25 Jahren verändert hat.

Wiederholung nicht ausgeschlossen.