Im Bereich erneuerbarer Energien ist die Hochschule Stralsund ein Vorreiter. Jetzt ist mit Blick auf die eigene Windkraftanlage eine Containeranlage zur Synthese von grünem Methanol aufgebaut worden. Dort wird untersucht, wie sich biogenes CO₂ mithilfe von erneuerbar erzeugtem Wasserstoff in Methanol umwandeln lässt. Was bislang bei der Biogasproduktion als Nebenprodukt anfällt und in die Atmosphäre abgegeben wird, könnte so als Ausgangsstoff für einen erneuerbaren Kraftstoff genutzt werden.
Die Anlage entstammt dem Verbundprojekt „Dezentrale Methanolsynthese“. Sie ist das Ergebnis aus drei Jahren gemeinsamer Arbeit der Partner Leibniz Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V., TAB Maschinen- und Stahlbau GmbH Barth, Hochschule Stralsund, Leibniz-Institut für Katalyse e. V. und Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme. Sie sind gemeinsam im WIR!2-Bündnisses biogeniV zur Verwertung biogener Reststoffe organisiert. Die Programmlinie „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ gibt den Anstoß für neue regionale Bündnisse und einen nachhaltigen innovationsbasierten Strukturwandel in allen strukturschwachen Regionen Deutschlands. WIR! richtet sich an breit angelegte regionale Bündnisse unterschiedlichster Akteure, die gemeinsam Innovationsfelder identifizieren.
Am 10. September wird die Anlage eingeweiht – im Beisein des Wirtschaftsministers des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Blank. BiogeniV-Sprecher Michael Galander, und Prof. Dr. Johannes Gulden, Leiter des Institutes für Regenerative EnergieSysteme, wenden sich an die geladenen Gäste. Die Anlage ist auf den dezentralen Betrieb und damit das Anwendungsfeld typischer Hofbiogasanlagen ausgelegt. In der Anlage werden CO2 und Wasserstoff in ein Methanol-Wasser-Gemisch, von dem das Wasser nachträglich abgeschieden wird, umgewandelt. Dabei achten Wissenschaftler wie Martin Späth vom Institut für Regenerative EnergieSysteme und seine Kollegen vom INP auf bestimmte Druckverhältnisse, um thermische Prozesse und die Umwandlung zu gewährleisten. In einem bereits gestarteten Folgeprojekt wird die Anlage weiter ausgebaut, um die Prozesskette weiterzuentwickeln. Das Ziel: Die Technologie soweit zu bringen, dass sie direkt an einer Biogasanlage eingesetzt werden kann. Das erzeugte Methanol soll dann direkt in die landwirtschaftliche Nutzung gehen und zum Beispiel Traktoren antreiben.











