Dass sie durchhalten können, haben sie nicht nur im Studium bewiesen: Bei bester Stimmung trotz heißester Temperaturen hat die Hochschule Stralsund am Samstag, 27.06.2026, Absolvent*innen aller drei Fakultäten, die in den letzten beiden Semestern erfolgreich ihren Abschluss erlangen konnten, verabschiedet. 355 Absolvent*innen haben offiziell im aktuellen Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31.Mai 2026 ihr Studium erfolgreich beendet.
Nicht nur sprichwörtlich war der rote Teppich ausgerollt worden und in Ball-Roben, Anzügen oder lässigen Sommerlooks mit Fächern und Taschenventilatoren schritten die neuen Akademiker*innen, die Fachkräfte von morgen ins Auditorium Maximum. Von Mensa-Atmosphäre war nicht mehr viel zu spüren. In Blau und Violett getaucht, erstrahlte die Bühne, auf der sie später von ihren Dekan*innen die Urkunden entgegen nahmen, links von ihnen blitzte es schon von der Horbach-Fotoaktion für die erfolgreichen Studierenden und auf den Stühlen lagen Wasserflaschen parat. Dann spielte auch schon das Streichquartett Vorpommern auf – den ersten Satz aus Vivaldis Concerto rustico. Festlich, andächtig, aber durchbrochen von – typisch – anwendungsorientierte Hochschule: Realität
„You are not your job. You are not how much money you have in the bank. You are not the car you drive. You are not the contents of your wallet.“ An dieses Zitat aus dem Film Fight Club habe Rektor Prof. Dr. Ralph Sonntag unweigerlich denken müssen, mit Blick auf den Abschluss der Studierenden, den Übergang für viele ins Berufsleben und so appellierte er in seiner auf das Musikstück folgenden Rede an die Studierenden: „Sie sind nicht Ihr Beruf. Sie sind nicht Ihre Note. Sie sind nicht das, was andere über Sie denken. Sie sind der Mensch, der Sie sein wollen mit all Ihren Werten, Ihrer Neugier, Ihrer Empathie und Ihrer Bereitschaft, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.“
In die gleiche Kerbe, wenn auch weniger cineastisch, schlug Yones Seoudy, der zweite Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Hansestadt Stralsund. Er erinnerte an die Zeit, die Herausforderungen, die Begegnungen, die sicher zwischen dem ersten Semestertag und diesem feierlichen Abschuss gelegen haben. „Die Hochschule Stralsund hat Ihnen die Fähigkeit mitgegeben, (…) sich immer auf neue Herausforderungen einzustellen.“ Sie sollten die Zukunft mitgestalten, riet er – und natürlich – nicht den Ort vergessen, an dem sie aufgebrochen sind: Stralsund. „Nutzen Sie die Gelegenheiten, die sich Ihnen hier bieten.“
Um das Nutzen von Potenzial ging es im nächsten Programmpunkt. Traditionell verbindet sich mit Campus ade die Ehrung der Beststudierenden – aber nicht nur nach Noten, sondern auch nach „Neugier, Leidenschaft und akademischem Anspruch“, so sagte Yones Seoudy, der anmoderiert von Prorektor Prof. Dr. Michael Koch, direkt zur ersten Ehrung mit dem Preis der Hansestadt Stralsund auf der Bühne bleiben konnte. Dort empfing er Andreas Michaelides (Absolvent BA Softwareentwicklung und KI).
Prof. Dr.-Ing. Jonas Zierath, seit einem Jahr Vorsitzender des VDI, ehrte stolz Paul Mathias Drees (Absolvent BA Maschinenbau), denn seine Leistung zeige, dass es nicht um (Patent-)Rezepte ginge, vor allem nicht in den Ingenieurswissenschaften, sondern um Erfindergeist und Lösungsvermögen. Das zeige der Absolvent der HOST.
Eine in besonderer Weise zielstrebige Studentin empfing im Anschluss Prof. Dr. Ralph Sonntag auf der Bühne – der Preis der Hochschule Stralsund für das erfolgreiche Studieren mit Familienaufgaben sei vielleicht auch ein Preis für gelebte Werte und würdige die Kraft, beides zu vereinen. Er dankte auch Lehrenden, Studienberatung, Mensa und allen, die mit kleinen und großen Beiträgen zur familienfreundlichen Struktur das möglicher machen. Katja Stein (Absolventin BA Leisure and Tourism Management (2023) und MA Management von kleinen und mittleren Unternehmen) zeige, dass Bildung und Familie sich gegenseitig bereichern können.
Für den Förderverein betrat der zweite Prorektor der Hochschule Stralsund in seinem Amt als Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule die Bühne. Prof. Dr.-Ing. Jens Ladisch ehrte Lisa Josefin Klingelhöfer. Formvollendet und eindrucksvoll sei ihre Abschlussarbeit, die die LTM-Studierende bei Prof. Dr. Heiko Auerbach abgelegt habe. Ulrike Klaaß (Absolventin BA International Management Studies in the Baltic Sea Region) erhielt vom Verein den Ehrenamtspreis. Sie engagierte sich unter anderem stark im (studentischen) Gesundheitsmanagement der Hochschule Stralsund.
Aber was war nun eigentlich mit den Temperaturen?
Prof. Dr.-Ing. Normen Fuchs gab zum Start der Urkundenübergabe an die Absolvent*innen seiner Fakultät ein Hitze-Update: „Das passt zur Werkstofftechnik – Wir haben den Schmelzpunkt erreicht, jetzt bewegen wir uns auf den Siedepunkt zu.“ Doch ehe er hiermit nicht nur seine Studierenden erheiterte, beglückwünschten und bedachten Prof. Dr. Claudia Danker, die Dekanin der Fakultät für Wirtschaft, und Prof. Dr. Birgit Steffenhagen, die Dekanin der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, aufrichtig ihre Absolvent*innen – zu ihren Leistungen und ihrem erfolgreichen Abschluss. Der wurde – immer noch trotz des ambitionierten Quecksilbers – gemeinsam gefeiert. Das traditionelle Kappenwurf-Foto vor dem Audimax zahlte ins Wir-gefühl ein: Es wurde angestoßen, sich ausgetauscht, fotografiert mit Verwandten und Freunden und später so langsam der Aufbruch anvisiert. Das private Programm sah bei vielen so aus wie bei Eric Gerstmeier (25, Absolvent des Master-Studiengangs Management von kleinen und mittleren Unternehmen) und seiner Partnerin Lena Pitzke: „Essen gehen, baden, Freunde treffen“. Bodenständig, unkompliziert und vielversprechend wie das Studium, das hatte er von einem Freund empfohlen bekommen und die Anfahrt von Rostock nach HST gern auf sich genommen, um in Stralsund zu studieren.
Wie es weitergeht?
Ein paar der Absolvent*innen bleiben uns als Master-Studierende erhalten, siehe Emilia Feistl.
Die 23-Jährige hat an der HOST Wirtschaftsingenieurwesen im Bachelor studiert und wird den Master hier aufnehmen. „Es ist sehr praxisnah und familiär“, sagt sie. Daher hat die aus Berlin stammende Absolventin sich für die Hochschule in Stralsund entschieden
ein paar, ihr Partner Paul Kunze zum Beispiel, den sie vor vier Jahren im Studium kennenlernte, überlegen noch.
Der engagierte Maschinenbau-Student (er war jahrelang Vorsitzender des AStA), kommt gerade von einer Mexiko-Reise zurück und denkt jetzt über die Zukunft nach.
andere haben ihre Positionen fest wie Maren Engberg (26) und Rocco Stahr (27)
Sie kamen zusammen aus Altenburg bei Leipzig lernten. Vorher Krankenschwester beziehungsweise Anlagenmechaniker und studierten hier Medizininformatik beziehungsweise Erneuerbare Energien. Er ist nun Analyst für Biogas-Anlagen und sie studiert an der Uni Leipzig im passenden Master und wird als Werkstudentin in einem Software-Unternehmen arbeiten. „Unsere Alternative war damals Rosenheim“, erinnert er sich. Ihre Entscheidung für das Meer und die nordische statt der bayrischen Kultur haben beide nie bereut.
• oder auch Marlen Ilsmann (26) (hier mit Studiengangskoordinatorin Steffi Schnierer im Bild).
Sie studierte nicht nur Tourismus an der HOST, sondern auch via Double Degree-Abkommen in Italien und erlangte so gleich zwei Master-Abschlüsse. Nun wird sie an der Nordsee im Projektmanagement und der Geschäftsführung assistierend für Ferienvermietung tätig sein.
Aber egal wohin ihr Weg sie führt, die Hochschule Stralsund gratuliert – mit Stolz –
ihren Absolvent*innen und wünscht alles Gute!












