Die Hochschule Stralsund hat einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit erreicht: Der Senat hat das hochschulweite Klimaschutzkonzept beschlossen. Damit verfügt die Hochschule erstmals über einen strategischen Rahmen, um Klimaschutz und Nachhaltigkeit systematisch in allen Bereichen zu verankern und die Treibhausgasemissionen schrittweise zu reduzieren. Ziel ist die Klimaneutralität bis 2035.
Entstanden ist das Konzept in einem mehrjährigen, statusgruppenübergreifenden Beteiligungsprozess, an dem Studierende, Lehrende und Mitarbeitende mitgewirkt haben. Ausgangspunkt war die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiger Campus, aus der die Rektoratskommission Nachhaltiger Campus hervorging. Diese hatte sich erfolgreich für die Teilnahme am Projekt „Zukunftsforum klimafreundliche Hochschulen“ beworben, in dessen Rahmen das Konzept erarbeitet wurde.
„Der Beschluss durch den Senat zeigt, dass die Bedeutung des Klimaschutzes in der Breite unserer Hochschule getragen wird. Besonders freue ich mich über das Engagement unserer Studierenden, die nicht nur ihre Perspektiven einbringen, sondern auch mit konkreten Aktionen wie dem Anlegen einer Blühwiese Verantwortung übernehmen und aktiv an der nachhaltigen Entwicklung unserer Hochschule mitwirken“, so der Rektor Prof. Dr. Ralph Sonntag.
Federführend begleitet wurde der Entwicklungsprozess von Wencke Wendlandt, die für die Hochschule die operative Leitung des Beteiligungs- und Erarbeitungsprozesses übernommen hatte und maßgeblich an der Erstellung des Konzepts mitwirkte.
Das Institut für Regenerative EnergieSysteme (IRES) wird künftig die Koordination der Klimaschutzaktivitäten übernehmen und die Umsetzung des Konzepts begleiten. Grundlage des Klimaschutzkonzepts sind eine hochschulweite Analyse der Ausgangssituation mit einer Befragung der Hochschulgemeinschaft sowie die Treibhausgasbilanz für das Jahr 2024. Diese weist für die HOST jährliche Emissionen von rund 1.607 Tonnen CO₂-Äquivalenten aus. Bezogen auf die rund 2.000 Hochschulangehörigen entspricht dies einem Pro-Kopf-Ausstoß von 0,81 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr. Die größten Emissionsquellen liegen im Energieverbrauch der Gebäude sowie in mobilitätsbedingten Emissionen. Das Konzept definiert konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem die weitere Reduzierung des Energieverbrauchs, der Ausbau erneuerbarer Energien auf dem Campus, nachhaltige Beschaffung, die regelmäßige Treibhausgasbilanzierung sowie die stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Hochschulbetrieb. Die Umsetzung einzelner im Konzept vorgeschlagener oder alternativer Maßnahmen erfolgt auf Grundlage entsprechender Beschlüsse des Senats.
„Das Klimaschutzkonzept ist kein abgeschlossenes Dokument, sondern der Ausgangspunkt eines langfristigen Transformationsprozesses“, erklärt Wencke Wendlandt. „Die erfolgreiche Umsetzung wird davon abhängen, Klimaschutz und Nachhaltigkeit dauerhaft in den Strukturen, Prozessen und der Hochschulkultur zu verankern. Entscheidend bleibt dabei die aktive Beteiligung aller Statusgruppen.“
Mit dem beschlossenen Klimaschutzkonzept bekennt sich die Hochschule Stralsund zu ihrer Verantwortung als Bildungs- und Forschungseinrichtung und stärkt ihre Rolle als Impulsgeberin für eine nachhaltige Entwicklung in der Region. Das vollständige Klimaschutzkonzept ist auf der Nachhaltigkeitsseite der Hochschule Stralsund verfügbar.
Zahlen und Fakten:
Die Hochschule Stralsund wurde 1991 gegründet. Der Campus umfasst 20 Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 32.000 Quadratmetern. Sie dienen unter anderem der Lehre, Forschung, Verwaltung und Unterbringung von Gästen. Die Gebäude stammen aus den Jahren 1932 bis 2001 und unterscheiden sich entsprechend deutlich in ihrem energetischen Zustand.
So wird die Hochschule mit Energie versorgt
- Die Hochschule bezieht Ökostrom von den Stadtwerken Rostock. Dieser stammt laut Konzept zu 11 Prozent aus deutscher Biomasse und zu 89 Prozent aus europäischer Wasserkraft. Die Wärmeversorgung erfolgt überwiegend über Fernwärme der Stadtwerke Stralsund. Zusätzlich betreibt die Hochschule ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk.
Eigene Windkraft- und Solaranlagen
- Auf dem Campus betreibt das Institut für Regenerative EnergieSysteme (IRES) eine Windkraftanlage mit 30 Kilowatt Leistung. Hinzu kommt eine Photovoltaikanlage auf dem Sportplatz mit 9 kWp, die als Versuchsanlage dient.
- Der Stromverbrauch der Hochschule ist seit dem Höchststand im Jahr 2022 bis 2024 um knapp 20 Prozent auf rund 1,36 Millionen Kilowattstunden gesunken. Als wesentlichen Grund nennt das Konzept die Umrüstung großer Gebäude auf LED-Beleuchtung.









