Drohnen-Lagebild: ISMK kooperiert mit dem Innenministerium

Forschungsprojekt soll Drohnenflüge schneller erkennen und besser einordnen. An-Institut der Hochschule Stralsund bringt starke Kompetenzen für die praxisnahe Erforschung von Drohnentechnologie ein

Prof. Dr. Andreas Noack und Prof. Dr. Bernhard Stütz an einem der Sensoren.

Das Institut für sichere mobile Kommunikation, als An-Institut der Hochschule Stralsund, ist in einem bedeutenden und bisher so deutschlandweit einmaligen Projekt mit dem Innenministerium zum Aufbau eines großflächigen Drohnen-Lagebildes vertreten. Namentlich vertreten sind damit vor allem Prof. Dr. Andreas Noack als Leiter des Institutes, Prof. Dr. Björn Rupp, Prof. Dr. Bernhard Stütz und Viktor Garske. 

In dem Forschungsprojekt soll es unter anderem darum gehen, wie schnell und präzise verdächtige Drohnenbewegungen erkannt werden können. Ziel soll es sein, ein belastbares und großflächiges Lagebild aufzubauen und den Transfer in die Einsatzpraxis der Landespolizei zu untersuchen. 

„Die aktuellen Drohnenvorfälle machen deutlich, dass es nicht mehr ausreicht, einzelne Sichtungen zu melden und diesen anschließend nachzugehen“, so Innenminister Christian Pegel. Er bezieht sich damit auf den versuchten Angriff auf eine Transportmaschine am Flughafen Leipzig/Halle. Damit hätte der zunehmende Einsatz von Drohnen für Spionage- und Sabotagezwecke eine neue Gefahrenqualität angenommen, konstatiert die Pressemitteilung des Innenministeriums, die die Hochschule Stralsund geteilt hat. Wie Sicherheitsbehörden dieser neuen Gefahrenlage besser entgegnen können, werde jetzt in dem richtungsweisenden Projekt in Mecklenburg-Vorpommern untersucht und erprobt. Im Projekt wird analysiert, wie Informationen zu Drohnenbewegungen der im Verbund eingesetzten Sensoren in einem Echtzeit-Lagebild für die Arbeit der Polizei zusammengeführt werden können. Im Fokus steht dabei insbesondere der Schutz kritischer Infrastrukturen, Häfen, Energieanlagen und militärischer Liegenschaften. Zum ersten Mal in Deutschland werden entlang der ganzen Küste und um ausgesuchte Einrichtungen hochmoderne, bereits erprobte Sensoren aufgestellt, um funkgesteuerte Drohnen großflächig ausfindig zu machen. Das so gewonnene Drohnen-Lagebild wird allen Sicherheitsbehörden in Echtzeit zur Verfügung gestellt.

„Wir brauchen ein Lagebild, das Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und unseren Sicherheitsbehörden zeigt, was tatsächlich im Luftraum passiert. Deshalb bauen wir gemeinsam mit der Hochschule Stralsund etwas auf, das es in dieser Form noch nicht gibt. Wir bringen Forschung, Technologie und die Erfahrung unserer Sicherheitsbehörden zusammen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir schneller erkennen, besser entscheiden und am Ende früher handeln können“, so der Minister weiter.  

 

Vorarbeit an der Hochschule Stralsund

„Wir haben hier im Land und an der Hochschule in den vergangenen Jahren starke Kompetenzen für die praxisnahe Erforschung von Drohnentechnologie aufgebaut, die wir in das Projekt für ein großflächiges Drohnen-Lagebild einbringen“, erklärt Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Noack, „wir können dabei auf hochqualifiziertes Personal und eine gewachsene Partnerschaft mit den Sicherheitsbehörden setzen. Das ist ein entscheidender Vorteil dafür, dass der Transfer in die Einsatzpraxis gut gelingt“. 

 

Erprobte Technologie

Prof. Dr. Björn Rupp ist Honorarprofessor der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik an der HOST, ISMK-Mitglied und Geschäftsführer der Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation, von der die Sensorik für das großflächige Drohnen-Lagebild kommt: „Die Technologie, die wir für das Projekt bereitstellen, ist erprobt und einsatzbereit. Das Projekt startet also mit einem technischen Vorsprung, der die sofortige Umsetzung der aus dem Lagebild gewonnen Erkenntnisse in Echtzeit ermöglicht. Das Zusammenwirken von Forschung, Sicherheitsbehörden und Industrie ist der richtige Weg, um die ausgezeichneten in Deutschland vorhandenen technischen Fähigkeiten zum Nutzen des Landes gezielt einzusetzen.“