Durch digitale Innovationen die Rinderhaltung nachhaltiger und tierfreundlicher zu gestalten – Das ist das Hauptziel des Bündnisses AutoPasture. Das mit 5 Millionen Euro aus dem Landesexzellenzprogramm „Anwendungsorientierte Exzellenzforschung“ geförderte Bündnisvorhaben steht kurz vor dem Start seiner Reallabore. Hunderte Rinder aus drei Betrieben auf dem Darß, auf Usedom und aus Bollewick bei Waren werden begleitet auf ihrem Weg zu einem noch glücklicheren und gesünderen Leben, das für ihre Halter*innen zugleich einfacher umzusetzen sein soll. Unterschiedliche Rinderhaltungen – Milchvieh, Mutterkuh, Wasserbüffel – werden betrachtet.
Auf der ersten AutoPasture-Klausurtagung am 11. März im IBZ Rostock e.V. wurde der aktuelle Forschungsstands präsentiert. Vertreter*innen aus Politik, Förderinstitutionen und Landwirtschaft diskutierten die Pläne für die nahende Weideperiode 2026. „Über ein Jahr haben die Haupt-Projektpartner aus den Hochschulen Stralsund und Neubrandenburg, der Universität Rostock und des FBN Dummerstorf alles für die Weidperiode vorbereitet – Technik, Daten-Infrastruktur, allgemeine Einrichtungen“, erklärt Fabia Koch, Projektkoordinatorin für AutoPasture an der Hochschule, „im April/Mai mit dem Beginn der Weidesaison können wir starten“. Mehrere Male haben die Partner die Höfe bereits besucht, und die Landwirt*innen ihrerseits folgten der Einladung zur Klausurtagung. „Das Schöne war, dass die Landwirte – die sich überaus positiv interessiert zeigten – direkt ihre Fragen stellen und ins Gespräch gehen konnten“, resümiert Fabia Koch. Zudem waren zum öffentlichen Teil auch drei weitere Landwirtschaftsbetriebe aus MV gekommen, um sich über Möglichkeiten der Digitale Anwendungen für ein autonomes Herden- und Weidemanagement von Rindern (so auch der Untertitel des Bündnisses) zu informieren.
Im Fokus standen Vorträge zu den Themenkomplexen Tier, Pflanze, Technik, IT & KI sowie wirtschaftliche Verwertung. Forschende der Hochschule Stralsund, der Universität Rostock, des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie, Hochschule Neubrandenburg und der Forschungsverbund MV stellten aktuelle Ergebnisse vor – darunter Tierverhalten und Anomalie-Erkennung, standortbezogenes Weidemanagement und KI-gestützte Videoprozessierung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der technischen Infrastruktur, die Prof. Dr.-Ing. Mark Vehse (Hochschule Stralsund) in Vertretung für seine damit betraute Mitarbeiterin Jessica Laufer vorstellte. Der assoziierte Partner Fraunhofer IGD ergänzte die Vorträge mit innovativen Lösungen zur Computer Vision-basierten Tierwohlüberwachung und Pflanzenarterkennung mittels Drohnen und KI.

