





Erfahrungsbericht
Linda K., International Management Studies in the Baltic Sea Region (BMS), 6. Fachsemester, Högskolan Dalarna, 01-06/2026
Studieren am neusten Campus Schwedens
Bevor es losgeht
Eine der wichtigsten Fragen in meiner Vorbereitung war, ob ich in Borlänge oder Falun wohnen möchte, denn die Högskolan Dalarna hat in beiden Orten einen Campus. Meine Kurse waren alle in Borlänge, aber ich habe mich trotzdem für Falun als Wohnort entschieden und habe es nicht bereut. Der Ort ist etwas kleiner, aber meiner Meinung nach schöner als Borlänge. Dafür nahm ich auch die 40 Minuten Pendeln mit dem Bus in Kauf.
Gewohnt habe ich in Britsen, einem der Studentenunterkünfte von Kopparstaden. Um ein Zimmer zu bekommen, stellte ich mich per Anmeldung in die Warteschlange und sammelte mit jedem Tag einen Punkt. Bei mir haben am Ende 30 Punkte gereicht und ich habe ein möbliertes Zimmer mit Küchenzeile und eigenem Bad bekommen. Die möblierten Zimmer in Korridor A sind mit Küche, die in Korridor G mit Gemeinschaftsküche. In Britsen gibt es außerdem buchbare Gemeinschaftsräume, eine Saune und Waschräume, deren Nutzung in der Miete inbegriffen ist, sowie ein kleines Gym. Ich kann nur empfehlen, in Britsen zu wohnen, denn ich habe sehr schnell Anschluss gefunden und mich immer wohl gefühlt.
Für das Studium wichtig ist die Kursanmeldung, etwa 4-5 Monate vor Semesterbeginn. Ich kann empfehlen, sich für mehr Kurse anzumelden als notwendig, denn ich wurde für einen Kurs nicht zugelassen, und hatte dann nur noch eine geringe Auswahl.
Ankommen
Ich bin bereits eine Woche vor Kursbeginn angereist und konnte so am Willkommenstag teilnehmen. Die Student Union hat über die gesamte erste Woche Aktivitäten und Partys organisiert, sodass sich niemand allein fühlen musste. So habe ich neben Erasmus Studierenden auch Schweden kennenzulernen und konnte direkt mein Schwedisch trainieren. Nach der Willkommenswoche fanden regelmäßig Aktivitäten statt, meist Partys, sowohl in Falun als auch in Borlänge. Im Februar gab es zum Beispiel einen Day on Ice am See Runn. Dort konnten wir allerlei Wintersportarten ausprobieren, darunter Schlittschuhlaufen, Langlauf, Eisfischen und Schneeschuhlauf.
Anders studieren
Wie im Titel erwähnt, ist der Campus Borlänge der Neuste in Schweden. Das Gebäude ist modern und aufs optimale Lernen abgestimmt. Der Campus Falun hat mir mit der großen Bibliothek auch gefallen. Gut zu wissen ist, dass es an beiden Orten keine Mensa gibt. Ich habe mir mein Essen immer mitgebracht und in einer der vielen Mikrowellen aufgewärmt.
Kurse hatte ich immer nur zwei auf einmal, denn ein Semester in Schweden ist zweigeteilt. Im März hatte ich Prüfungen für die ersten beiden Kurse und im Juni für die anderen beiden. Anders als gewohnt, sind Vorlesungen nur 3–5-mal pro Woche. Dafür sind Selbststudium und Gruppearbeiten dominant, sodass sich die Prüfungsleistung immer aus verschiedenen Abgaben und gegebenenfalls einer Klausur zusammensetzt. Der Arbeitsaufwand ist mit dem in Deutschland vergleichbar. Besonders auffällig ist, dass Fehler nicht bestraft werden. Wenn die erste Abgabe noch nicht passt, hatte ich immer einen weiteren Versuch.
Freizeit gestalten
Falun bietet viel, wenn man sich für Sport- und Outdooraktivitäten begeistern kann. Besonders bekannt ist das Sportzentrum Lugnet mit der Skisprungschanze und den vielen Wanderwegen. Dort haben wir die World Championships der Nordischen Kombination angesehen und uns selbst am Langlauf versucht. Praktischerweise konnten wir Skier oder Schlittschuhe kostenlos bei Fritidsbanken in Borlänge ausleihen. Funktioniert wie eine Bibliothek für Sportequipment!
Falun selbst ist bekannte für die alte Kupfermine und die von dort stammende Farbe Falu Röd. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. In der Innenstadt gibt es zudem das Dalarna Museum, eine Kletterhalle, niedliche Cafés, ein Kino und ein paar Geschäfte und Bars.
Ich hatte Glück und habe schnell Freunde gefunden, die mit mir viele Ausflüge und Reisen unternehmen wollten. Wir waren unter anderem in Stockholm, Kiruna, Sundsvall, Göteborg und über Valborg in Uppsala. Dalarna ist auch sehr sehenswert. Mir hat Rättvik sehr gut gefallen, in Leksand haben wir ein Eishockeyspiel besucht und in Nusnäs ein Dalahäst bemalt.
Fazit und Tipps
Folgende Apps haben meine Zeit hier deutlich leichter gemacht: Dalatrafik (Bustickets), SJ (Zugreisen), Mecenat (Studentenrabatte), Orbi (Aktivitäten der Student Union), Aurora (Polarlichtvorhersage), Wise oder Revolut (zum Geld wechseln).
Zusammenfassend könnte ich mit meinem Auslandssemester nicht glücklicher sein. In diesem Bericht konnte ich die ganzen Erlebnisse und Erfahrungen gar nicht so kurz zusammenfassen.
Wenn du überlegst nach Dalarna zu gehen, sollte dir bewusst sein, dass Falun keine Großstadt ist. Stattdessen erwarten dich typisch schwedische Wälder, Seen und die bekannten roten Holzhäusschen. Das Sommersemester ist eine großartige Gelegenheit, um Dalarna vom verschneiten Winter bis hin zu den langen Tagen um Midsommar zu erleben.
Mein letzter Tipp, egal wo du dein Auslandssemester am Ende verbringst: Sei von Anfang an offen und aktiv. Lass dir die Kennlernaktivitäten nicht entgehen, auch, wenn es manchmal anstrengend ist. Oder schlag selbst Aktivitäten vor, um besser in Kontakt zu kommen. Unsere Gruppe haben wöchentliche Filmabende zusammengeschweißt. Später waren wir auf Reisen, haben Cafés getestet und Co-Working in der Hochschule gemacht. Ich könnte nicht dankbarer sein, diese unvergessliche Zeit in Falun verbracht zu haben.