Der Nachweis der Gravitationswellen – eine ingenieurtechnische Meisterleistung

Hochschule Stralsund, Haus 5/Hörsaal 2 || Prof. Dr. Jan-Christian Kuhr, Fakultät für Maschinenbau

Gravitationswellen-Gastvortrag von Dr. Harald Lück, Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover

Als im Februar 2016 die Nachricht vom Nachweis der Gravitationswellen weltweit durch die Medien ging, war dies eine Sensation ersten Ranges. Ihre Existenz wurde von der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins lange vorhergesagt, sie konnten aber bis dahin noch nie direkt gemessen werden.

Das Problem lag in der Winzigkeit des nachzuweisenden Effektes. Um ihn aufzuspüren, musste die verwendete Messvorrichtung eine extrem hohe Empfindlichkeit besitzen. Sie zu entwerfen und zu konstruieren stellt eine ingenieurtechnische Meisterleistung dar. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat das Institut für Gravitationsphysik der Universität Hannover. Dr. Lück ist Gruppenleiter an diesem Institut und mitverantwortlich für die Entwicklung der hochempfindlichen Detektoren der so genannten dritten Generation. Er gilt als ausgesprochener Experte auf dem Gebiet der Gravitationswellenforschung.

Der Vortrag berichtet über den Nachweis der Gravitationswellen aus erster Hand. Er zeigt, wie und wo derartige Signale im Weltall entstehen können. Der Schwerpunkt liegt auf den technischen und apparativen Problemen, die es zu ihrem Nachweis zu lösen galt. Auf diese Weise bietet das Referat für Studierende der ingenieurwissenschaftlichen Fächer und interessierte Laien faszinierende Einblicke in hochanspruchsvolle moderne Messtechnik und die dabei ausgenutzten physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Dabei wird der Zuhörer gleichzeitig in ein Kapitel der modernen Wissenschaftsgeschichte hineingenommen.

Der Vortrag ist öffentlich und richtet sich ausdrücklich auch an hochschulfremde interessierte Personen.

Brandaktuelle Neuigkeit:
Der Physik-Nobelpreis 2017 wurde für den Nachweis der Gravitationswellen vergeben.